Eine neue Folge von Velo – Home dem Podcast rund ums Fahrrad ist abrufbar…

So oder so ähnlich würde ich mir wünschen, dass ihr bald eine Meldung in eurem Podcatcher, in eurer Timeline oder meinetwegen auch in eurem RSS Reader habt. Die Meldung, dass eine Folge des Velo Podcast zum download bereit steht.

Kurz nachdem ich Anfang 2009 die Smartphonewelt betrat wurde ich auch erstmalig auf Podcasts aufmerksam. Seitdem sind diese für mich aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Gerade beim Grundlagentraining, wo es sonst ja vielleicht auch mal langweilig wird, kann man sich davon wunderbar ablenken lassen und sich so die Zeit vertreiben. Podcasts sind für mich das Radio wie ich es immer wollte.

Die Idee selber einen Podcast zu machen kam dann recht schnell, allerdings damit auch die Unsicherheit, wie und ob man so etwas auf die Beine gestellt bekommt und vor allen Dingen auch, ob ich die technischen Fertigkeiten mitbringen. Das Thema des Podcasts war natürlich nie eine Frage. Schau ich mir meine Twitter Timeline an, schau ich mir an mit welchen Leuten ich per email austausche, was sonst als das Fahrrad sollte im Mittelpunkt stehen. Podcasts rund ums Fahrrad gibt es ein paar wenige schon, aber die ich bisher gefunden habe, beziehen sich vorwiegend auf den Profisport und sind auf Englisch.

Den Gedanken schiebe ich also schon seit Jahren vor mir her und möglicherweise hätte ich ihn auch noch Jahre vor mir hergeschoben, wenn nicht der sehr nette Tobi Baier mal in einem Podcast erwähnt hätte, dass er so furchtbar gerne Chips isst. Als Danke schön für viele Stunden Podcast habe ich ihm daraufhin eine Kiste Chips zugesendet und er kam auf die Idee, diese nicht einfach nur so zu essen, sondern daraus eine Folge seiner http://www.pubkameraden.de/ zu machen zu der er mich einlud.

Gestern haben wir das Ding aufgenommen und schon im Vorfeld hatte ich mir dann gedacht, dass dies vielleicht die Gelegenheit ist zu testen, ob mir so etwas liegt und/oder ob ich das weiter verfolgen möchte.

Tobi hat es mir wirklich sehr sehr einfach gemacht und so ist nach der Aufnahme der Entschluss für mich gefallen, dass ich es zumindest mal versuchen möchte.

Nur alleine schaffe ich das nicht.

Mir fehlen die technischen Fertigkeiten, um es alleine zu stemmen und so habe ich – vielleicht auch naiv wie ich bin – gedacht man könne so eine Art „Skills Crowdfunding“ veranstalten. Es geht nicht darum, dass ich Arbeit abwälzen will, sondern vielmehr darum dass ich gerade zu Beginn Unterstützung brauche, ein Gerüst auf die Beine zu stellen.

Ein Logo, vielleicht ein Jingle für den Anfang und das Ende, ein Namen für das Baby, für jede Art von Input bin ich dankbar. Und wenn das Ding steht und es darum geht, die ersten Folgen zu produzieren, wird es mit Sicherheit auch die ein oder andere Anfrage geben, ob ihr nicht über ein Thema mit mir sprechen wollt, wo ich mir vorstellen kann, dass ihr vielleicht darüber erzählen wollt.

Apropos Themen… Es soll sich ums Fahrradfahren drehen. Bewusst breit angelegt, weil ich finde, dass das Fahrrad viel zu bieten hat. Es soll um den Jedermannsport gehen, um technische Aspekte des Rennrads, um Selbstaufbauten, um verschiedene Radtypen, was daran faszinierend ist. Aber auch um die Kultur rund um das Rad. Schlicht und einfach um die Dinge, die in meiner Timeline oder in Gesprächen mit Freunden und Bekannten immer mal angerissen werden, aber vielleicht auch mal den Raum bekommen sollten, länger durchgesprochen zu werden.

Das sind so die ersten Gedanken dazu. Jetzt ist es erstmal in die Öffentlichkeit getragen.

Ich würde mich sehr über ein Feedback hier in den Kommentaren freuen, ebenso, wenn ihr es weiter tragt denn ich kann mir irgendwie nicht richtig vorstellen, dass ich der Erste und Einzige mit der Idee bin. Und falls ich sagt „He, dass Projekt gibt es doch schon, hier der Link dazu“, dann her damit, denn vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit sich irgendwo einzubringen, wo ich noch gar nicht weiss, dass es diesen Podcast gibt.

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Projekt…

Es ist ganz schlimm, aber irgendwie ist da dieses Projekt in meinem Kopf, welches irgendwie immer konkreter in meiner Vorstellung wird, wo das Konzept was dahinter steht immer klarer wird und was sich trotzdem derzeit nicht realisieren lässt da mir in manchen Bereichen einfach die technischen Fähigkeiten und/oder das Wissen zur Umsetzung fehlen was mich in gewisser Hinsicht irre macht.
Aber vielleicht ist eine Art crowdfunding die Lösung. Ein Crowdfunding wo nicht Geld sondern Fähigkeiten und know how eingesammelt wird?!
Vielleicht schon nach dem Wochenende mehr davon.

Rund um Köln 2013… done…

Die Liebste steht bei solchen Veranstaltungen gerne im Zielbereich und freut sich dann sehr, wenn ich um die Ecke gebogen komme und munter und in ganzen Stücken über die Ziellinie fahr. 2011 war sie ein wenig erschrocken über die lädierten Knochen, aber die Reaktion gestern war eine durchaus Neue und in dieser Form mir auch unbekannte.

„Du bist aber ganz schön dreckig.“

Ja, was soll man dazu sagen, als ich zu Hause in den Spiegel schaute, erinnerte es mich wirklich ein klitzekleinwenig an die Fahrer von Paris Roubaix, die nach der Ankunft aussehen als hätten Sie unter Tage stundenlang Kohle abgebaut.

Der Wetterbericht vorher war so wechselhaft wie es das Wetter am Tag selbst dann auch war. Am Abend vorher noch mit Freunden gegessen, dann um 9.10 Uhr pünktlich in die Startaufstellung und warten. Klamottentechnisch hatte ich gemischt, kurze Hose weil die Beine dann schneller trocknen und oben rum ein Trikot, 2 Langarmtrikots und eine Windweste. Die Regenjacke habe ich mir vorne unters Trikot gesteckt, sieht aus als hätte ich nen Kölschfass verschluckt, komme ich aber im Bedarfsfall schneller ran und stört auch nicht.

5min vor Start. Alle holen die Regenjacken raus, es fängt doch wirklich an zu regnen. Start! Es fängt an zu hageln. Und nicht zu knapp.

Wir sind in Startblock B. Meine Befürchtung ist ein wenig, dass wenn die Ambitionierten aus Startblock C kommen es ein Hauen und ein Stechen gibt wenn die durch das Feld pflügen. Daher mein Plan, so weit wie möglich rechts und an ein Team ranhängen. Die „Ironhams“ fahren im Verbund und wirken so, als wenn sie wüsste was sie tun. Heute konnte ich dann feststellen, dass „Der Pät“ dem ich bei Twitter folge, zu diesen Ironhams gehörte. So klein ist die Welt.

Nach der Welle der Ambitionierten ging es über die Mühlheimer Brück. Ich verabschiedete mich nach vorne und es fanden sich bis zum ersten Anstieg immer wieder wild durcheinander gewürfelte Gruppen, alles Koalitionen auf Zeit, längerfristig waren die Leute einfach zu heterogen gemischt.

Den ersten Anstieg zu Esel hoch – der so bisher nicht gefahren wurde – kannte ich aus der letzten Trainingswoche. Es lief ganz gut, Tritt war flüssig und die Sonne kam langsam raus. Mein Plan, die nächste Abfahrt und das Talstück abwarten und dann raus aus der Regenjacke. In der Abfahrt war ich recht einsam, was ich auch nicht bedauerte. Regennasse rutschige Straße und große Gruppen lassen mich nicht unbedingt jubilieren.

Aber am heutigen Regentag waren alle sehr vorsichtig, jeder bremste auch mal lieber ein paar Sekunden früher und nahm sich zurück und so war es auch in der Hinsicht ein sehr gelungenes Rennen.

Unten dann im Stück vor Sand habe ich eine Gruppe erwischt, und wir donnern Richtung Anstieg. Ich merke das der Tritt gut ist und auch die Durchschnittsgeschwindigkeit passt. Die Sorge im Besenwagen zu landen schwindet langsam.

Im steilsten Stück der Strecke funktioniert der Selbstbetrug wie immer sehr gut. „3 min Augen zu und durch, treten und gleich haste es geschafft“. Leider beginne ich im letzten Stück darüber nachzudenken wie ich meine Regenjacke los werde. Oben richte ich mich auf, Krieg das dumme Ding irgendwie nicht richtig ausgezogen, hänge mit der einen Hand fest und muss am Ende anhalten. Kurzer Versuch Sie hinten ins Trikot zu stopfen scheitert, also wieder vorne unters Trikot.

Rasant geht es bergab, dann hoch zu Schloss, das Kopfsteinpflaster macht auch – trotz Nässe – keine Probleme und fast die Hälfte ist schon geschafft. Im nächsten Hochgeschwindigkeitsstück arbeite ich sehr gut mit einem älteren Herrn zusammen, wir wechseln und sehr gut ab und rasen so zur Streckentrennung. Im darauf folgenden Teil nach Rösrath sammeln wir vereinzelte Fahrer auf und der Rhythmus wird durcheinander gebracht. Schade, wir hätten bestimmt noch ein paar KM zusammen schnell fahren können.

Andererseits ist es vielleicht auch gar nicht so schlecht, die Beine ein wenig durchatmen zu lassen, die nächsten 3 Anstiege sind ja kein Spaß. Hatte ich nach dem ersten Anstieg immer noch einen Schnitt von über 31 wurde es nun interessant, wie es weiter gehen würde.  Durch Rösrath durch und hochkurbeln. Die Geschwindigkeit sind oft ins einstellige. Bin ich vielleicht doch zu schnell angegangen? Aber lieber hinten raus im Besenwagen als direkt zu Anfang weil man nicht genug Gas gegeben hat.

Den ersten der drei Anstiege bewältigt, immer noch 30er Schnitt. Oben geht es ein wenig über die Felder aber ich habe bei dem Wind und der langsam einsetzenden Erschöpfung Probleme den Tacho über 30 zu halten. Mir fällt auf, dass ich kaum getrunken habe, also mal einen tiefen Schluck nehmen und einen Riegel einwerfen.

Aus Overath raus geht es nach Hohkeppel, ich merke wie ich langsamer werde und der Schnitt sinkt. Jetzt bloß nicht scheitern, wo ich es bis hier geschafft habe. Immer weiter treten und nicht nachdenken. Leiden gehört da auch mal dazu und die Landschaft kann ich mir auch ein andermal noch anschauen. Die Abfahrt runter bin ich bereit etwas mehr Risiko zu gehen um auf eine Gruppe aufzufahren. Da schleicht einer vor mir rum, der noch schissiger ist als ich 🙂 Pech gehabt.

Immekeppel hoch muss ich nochmal austreten. Am Morgen kaum getrunken. Während des Rennes kaum getrunken, wo kommt das her?
Wie immer nimmt der Berg kein Ende und zieht sich, schlimmer aber als der Berg, sind die 2 Vögel, die hinter mir fahren und sich gegenseitig die ganze Zeit erklären, warum sie heute so schlecht sind. Das und das und das … können die nicht einfach sagen, „he, cool das ich so weit gekommen bin, mit dem wenigen und schlechten Training?“ Mein Schnitt ist im 28er Bereich und ich

Es wirkt ein wenig wie eine Gruppe der Geschlagenen, von etwa 10-12 Leuten die dann Richtung Dürscheid sich auf den Weg machen und wieder auf die alte Strecke kommen. Mein Schnitt ist mittlerweile nur noch knapp über 29 und ich denke mir nur, dass es jetzt langsame wirklich ärgerlich wäre, raus zu fliegen.

Sand und Bensberg ist schnell erledigt und es geht Richtung Heimat. Die Gruppe arbeitet einigermaßen zusammen, allerdings herrscht komplette Stille, keiner sagt einen Ton und es scheint so zu sein, als wollen einfach alle das Ding nur noch nach Hause bringen.

Auf der Ziellinie sehe ich die Liebste und freu mich, dass ich durchgekommen bin. Dreckig und Nass, so wie die Liebste mich später auch beschreibt bin ich, aber das ist in diesem Moment furchtbar egal.

Gernot und Michael meine Mitstreiter die ich bereits beim Start verloren hatte haben es leider nicht geschafft und wurden aus dem Rennen genommen.

Fazit ist für mich, dass ich sehr positiv überrascht war, wie umsichtig alle gefahren sind. Liegt es am späteren Termin und alle haben sich schon bei den RTF und anderen Rennen ausgetobt? Wäre wünschenswert. So jedenfalls steh ich im kommenden Jahr schon eher wieder am Start, was ich vor noch 2 Tagen nicht unbedingt unterschrieben hätte. Also alles gut gegangen.

3 day to go… und ein wenig Zahlenspielerei

Der Wetterbericht verheißt nicht wirklich Gutes für den kommenden Sonntag. Nach 2012 hätte ich mir gerne eine erneute Regenschlacht erspart, aber es hat wohl nicht sollen sein. So spät wie nie und trotzdem Regen, dass muss man dann wohl als Pech verbuchen.

Die letzten Tage werde ich mich nur noch sporadisch aufs Rad setzen und ein bißchen die Beine bewegen, aber man kann ja die Zeit ein wenig mit Zahlenspielerei verbringen. 2009 und 2010 war ich ja auch die längere Strecke gefahren, wie sah da die Vorbereitung aus?

Als Start der Vorbereitung habe ich einfach mal Willkürlich den 1. Nov gewählt und angeschaut, wieviel Zeit und KM ich in der Vorbereitung absolviert habe.

2009 hatte ich am Ende im Rennen einen Schnitt von 30,6km/h. In der Vorbereitung war ich noch deutlich mehr gelaufen als heute. Genau genommen hab ich 76:29:25h trainiert. Davon 53:21:56h auf dem Rad und 23:07:29h in den Laufschuhen. Dabei hab ich 1351,1km erradelt und bin 210,9km erlaufen.

2010 hatte ich erstaunlicherweise genau den gleichen Schnitt, 30,6km/h. Trainiert habe ich dafür 66:01:27h, also eigentlich signifikant weniger. Auf dem Rad verbracht habe ich 54:19:08 und dabei 1326,1km geschafft. Grundsätzlich war ich also minimal langsamer im Training unterwegs als im Jahr zuvor. Gelaufen war ich lediglich 9:23:29h und hab dabei 90,2km geschafft. Die Zeit in den Laufschuhen war also nicht einmal halb so lang, was sich allerdings nicht negativ auf die Leistung im Rennen ausgwirkt hat.

Natürlich spielen da auch Dinge wie Wetter, Tagesform und das Glück eine schnelle Gruppe zu erwischen mit in diese Zahlenspielerei hinein, aber die meisten Radler sind ja auch zahlenaffin, also warum nicht ein wenig mit dem Material rumspielen.

Wie sieht es also 2013 aus?

Gelaufen bin ich genau 0 min. Jedenfalls nicht in Laufschuhen, die Anzahl der hoch und runter gelaufenen Treppen beim Umzug habe ich jedoch nicht gezählt… Und da sind wir bei einem Punkt in der Vorbereitung. So glücklich wir über den Umzug sind, für die Vorbereitung sind da etliche Stunden drauf gegangen, die ich sonst wohl auf dem Rad verbracht hätte. Das und der doch lange kalte Winter spielten also in die Vorbereitung rein. Trotzdem konnte ich noch 60:24h mit Training verbringen. Minimal mehr als in den letzten Jahren, was ja auch dem späteren Termin geschuldet ist. 1447,3km sind dabei zusammengekommen. Minimal mehr als in den letzten Jahren.

Die Trainingszeit und KM lassen also vermuten, dass das Ergebnis am kommenden Sonntag ähnlich ausfallen könnte wie 2009 und 2010. das schlechte Wetter und eine eher pessimistische Haltung in diesem Jahr lassen mich aber selbst gespannt sein, was da so bei rauskommt.

Rad putzen, neues Lenkerband dran, nochmal Kette fetten? Kette fetten sicher, aber ob ich das Rad wirklich noch putzen muss, wenn es Sonntag eh komplett verdreckt… ach nö, da warte ich lieber bis nach dem Rennen.

 

Gastbeitrag von der Flandernrundfahrt Jedermann…

Nachdem Lars hier http://cervelover.blogspot.de/ sehr schön vorgelegt hat, hier ein weiterer Bericht aus Flandern… Nicht von mir, ich bin ja nicht irre, aber vom sehr sehr netten Thomas der schon seit längerem immer wieder schöne Artikel über seine Ausfahrten schreibt, diese aber leider nie in einem Blog sammelt. Schreibt mal ein paar nette Kommentare, vielleicht motiviert ihn das ja zusätzlich 🙂

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Hier nun mein kleiner Bericht über die Flandernrundfahrt.

Nach ausgiebiger Abwägung zwischen Starten und Nicht-Starten habe ich mich doch entschlossen diesen Klassiker zu fahren. Trotz gerade mal 1200 km in den Beinen und winterlichen Bedingungen.

So machte ich mich am Freitag gegen 7 Uhr morgens auf den Weg nach Flandern. Nachdem ich mich über die verstopften Autobahnen Belgiens geqüalt habe, komme ich endlich in Oudenaarde an.

Auf einem großen Parkplatz in der Nähe des Bahnhofs ist genug Platz für die vielen „Wielertoeristen“. 500 Meter weiter kann ich auch schon meine Startunterlagen abholen. Alles sehr schnörkellos und unkompliziert. Es gibt eine Startnummer für den Lenker mit integriertem Transponder. Dazu gibt es ein T-Shirt und viele andere Dinge umsonst.
Zurück am Auto baue ich mein Rad zusammen und befestige die Startnummer am Lenker. Um sicher zu gehen dass alles funktioniert, mache ich nochmals eine kurze Probefahrt auf dem Parkplatz. Wobei dies kaum möglich ist, denn mittlerweile strömen hunderte von belgischen, italienischen, englischen, niederländischen und spanischen Autos auf das Gelände.
Nunja, nach den letzten Materialchecks vertreibe ich mir die Zeit nach der Dämmerung mit dem Studium der Streckenskizze, sowie diverser Radsportfachzeitschriften. Nebenan sind die Holländer noch in ihren Wohnmobilen am Karten spielen, doch mir fallen gegen 21 Uhr die Äuglein zu.

Der Tag des Rennens:

4 Uhr in der Früh, mein Wecker klingelt und ich mache mich fertig für den Einsatz, d.h.:
-Rad zusammenbauen
-Beine und Füße mit ausreichend Wärmegeel einbalsamieren
-Radkleidung an (1 Unterhemd, 1 Langarmtrikot, sowie eine Winterjacke, untenrum ziehe ich lange Thermosocken, Beinlinge, 1 Winterhose, sowie 1 kurze Hose an, dazu 1 Paar Windstopper Überschuhe und 1 Paar Neoprenüberschuhe). Alleine fürs Umziehen brauche ich 20 Minuten. Und das alles bei Temperaturen die einem die Finger einfrieren lassen. Dann packe ich noch Werkzeug für unterwegs ein, sprich Nietgerät, Niete, Seitenschneider, 4 Schläuche, Luftpumpe, 2x Inbus). Achja, meine Reifenheber fehlen noch, nach ca. zehn Minuten suchen, finde ich sie doch noch. Mittlerweile ist es 5:15 Uhr, schnell noch Wertsachen und Autoschlüssel verstaut und nichts wie ab zum Start. Dort warten schon die Busse abfahrbereit. Hier werden die Räder in großen Anhängern verstaut und dann gehts ab zum Start. Nichts wie rein in den warmen Bus, denn mittlerweile bin ich wirklich durchgefroren. Da tut die einstündige Busfahrt von Oudenaarde nach Brügge richtig gut und mir wird wieder warm.

Schließlich hält der Bus in Brügge am Fußballstadion (dem Start) an und wir bekommen unsere Räder. Gegen 6:45 gehts also auf die Strecke. Ich habe das Gefühl die Meisten sind noch total verschlafen und haben keine Lust auf Radfahren. Zunächst kurvt man ersteinmal ca. zehn Kilometer durch Brügge und seine schöne Innenstadt, bevor man endlich auf dem großen Markplatz am offiziellen Start ankommt. Hier ballert eine wichtige Person ununterbrochen mit einer Pistole in die Luft, also gehts jetzt richtig los.

Zunächst fahre ich ca. zehn bis 20 km in einer kleinen langsamen Gruppe um aus dem Stadtgebiet von Brügge rauszukommen. Dann gehts auf einer breiten Nationalstraße immer in Richtung Süden. Jedoch ist hier viel Verkehr und die Jedermännder müssen auf dem Radweg fahren, der mit vielen Hindernissen gespickt ist (Betonpoller oder Begrenzungspfosten). Somit sind die ersten 50-60 km ziemlich gefährlich. Eine gute Gruppe habe ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht. Die Jungs lassen es langsam angehen, das Tempo dümpelt um die 27. Bei km 30 ungefähr kommt eine Gruppe von Spaniern vorbeigezogen und ich springe in diese Gruppe. Die haben Zug drauf, mit über 30 Sachen und leichtem Rückenwind gehts also in Richtung Ost Flandern.

Bei Kilometer 40 kommt die erste Verpflegung. Erschöpfung ist hier nicht zu spüren, nur mein rechter Fuß war „leicht kalt“ geworden, somit füllte ich nur kurz meine Pulle wieder, aß etwas und dann ging es weiter. Von Verpflegung Nummer eins bis zu Nummer zwei bei Kilometer 70 gibt es nicht viel zu berichten. Wir fahren weiterhin viel auf Radwegen, auf einer breiten Nationalstraße. Die Beine fühlen sich gut an und der Puls liegt immer bei ca. 135-150 Schlägen.

Nach der zweiten Verpflegung, irgendwann bei Kilometer 80 beginnen wir leicht in Richtung Osten zu fahren und der Wind kommt von der Seite. Die kleinen flämischen Ortschaften sind schon zu sehen. Auf den ersten 100 km sammelt man eigentlich nur Kilometer, es gibt keine nennenswerten Hindernisse. Ich fahre ganz selten im Wind, meistens verstecke ich mich und bediene mich anderer Leute als Lokomotive. Als wir wieder in Ostflandern sind, fängt es an viele Richtungswechsel zu geben. Meine Gruppen wechseln ständig und der Wind wird ein Faktor.
Einmal habe ich Glück und eine Art belgisches Team überholt meine Gruppe. Die Jungs machen ordentlich Dampf. Irgendwann reißt die große Gruppe aber auseinander und ich bin abgehängt. Einer von dem Team hat aber auch den Anschluss verpasst und versucht nun verzweifelt nach vorne zu seinen Kameraden zu kommen. Die bolzen vorne wie blöde Tempo und hinten kämpft ihr Kumpel um den Anschluss.^^ Natürlich hänge ich mich da dran. Das Ganze geht über zehn Kilometer so, bis wir endlich an der schnellen Gruppe wieder dran sind.

Mein Puls geht jetzt schon ständig über 170, ich fühle mich aber noch wohl. Dann geht es bei Kilometer 108 in die erste Helling, den Tiegemberg. Der ist zum Glück asphaltiert und lässt sich gut fahren. Es folgen dann ständig Richtungswechsel und viele flache Kopfsteinpflasterstücke. Diese Passagen lassen sich sehr gut fahren. Bei km 134 kommt dann die dritte Verpflegung. Auf einem Industrieglände stehe ich eine halbe Ewigkeit an um meine RTF Karte abstempeln zu lassen.
Danach gehts dann richtig zur Sache. Mit dem Koppenberg stand ein berühmter Anstieg auf dem Programm.
Unten rein gings auch recht gut, doch in der schmalen Hohlgasse hat man keine Chance, wenn zwei Leute absteigen. So musste ich auch dort hochschieben. Was teilweise schneller als fahren ist, jedoch ist es nicht so einfach mit den Cleats auf den Pflastersteinen zu laufen. Später konnte ich dann wieder aufsteigen und hochfahren.

Ab Kilometer 140 bauen sich die Hellingen nach und nach vor einem auf. Mit der nächsten Helling hatte ich so schnell gar nicht gerechnet, ich hatte gerade noch eine Waffel in der Hand, als es schon aufs Pflaster ging.^^ Insgesamt funktionierte meine Taktik aber sehr gut. In den Hellingen bin ich Vollgas gefahren und danach habe ich dann versucht mich zu erholen. Was auch sehr gut klappte. Der tote Punkt kam bei ca. Kilometer 160-170. Danach kam zum Glück bald eine Verpflegung, wo ich mich erholen konnte und wervolle Energie getankt habe.

Kurioserweise waren es so viele Hellingen, dass ich mich gar nicht mehr an alle genau erinnern kann. In Erinnerung ist mir besonders der Taienberg, also der Lieblingsberg von Tommeke, geblieben. Rechts neben der Fahrbahn ist eine kleine Regenrille, in der Boonen regelmäßig attackiert, ich hatte aber schon Probleme da drin das Gleichgewicht zu halten. Auch der Eikenberg ist sehr fies. Man fährt erst rein und es ist flach, doch dann kommt nach ca. 500m eine Rechtskurve und man steht in einer steilen Wand. Nach der vierten Verfpflegung war ich wieder richtig gut erholt und die Beine wurden immer besser. In den Anstiegen konnte ich Boden gut machen und auch auf den Flachstücken hatte ich mit mal verdammt viel Zug aufm Pedal. Richtig Laune machen natürlich die Abfahrten von den Bergen. Die lassen sich fast alle komplett einsehen und man kanns knallen lassen. Von der vorletzten Verpflegung bis zu Berg Ten Houte (km 210) habe ich mich also richtig ausgetobt.

Schließlich merkte ich dann doch die Beine langsam wieder. Und dann kam nach meinem Empfinden der härteste Anstieg der Ronde, der Kruisberg. Der Anstieg hat mich zunächst sehr an den Falkenfelsen bei LBL erinnert. Man fährt durch eine scharfe Rechtskurve, dann hat es schon 7-8% bis zum Ende der ersten Geraden. Anschließend kommt eine langgezogene Rechtskurve, in der die Steigung nicht sinkt. Und nach dieser Kurve kommt ein ca. 500-600m langes, gerades Pflasterstück wo die Steigung nicht mehr unter 8% fällt. Das alles auf dem Pflaster, wo man nicht mal in den Wiegetritt gehen kann, das schmerzt in den Beinen. Am Ende der geraden denke ich, der Anstieg ist geschafft, nein! Wir biegen nach rechts auf einen schmalen Radweg an einer Nationalstraße ab, wo es bis zu einer Kuppe nochmal 300-400m mit ca. 6% geht. Das Ding hat mir den Saft aus den Knochen gezogen. Nach der nächsten Helling, der Karnemelbeekstraat kam oben direkt die rettende letzte Verpflegung. Da hatte ich eine Pause auch dringend nötig.

Zum Glück hatte diese Helling kein Pflaster, sondern nur Asphalt zu bieten aber die 1500m da hoch mit max. 10% haben gereicht, dass ich oben an der Kontrollstation komplett blau war. Ich habe dann versucht was zu essen. Doch nach 230 km und 9 Stunden im Sattel fängt irgendwann der Magen an zu rebellieren. Irgendwie habe ich mir da noch ein Gel reingedrückt. Also noch einmal die Pulle aufgefüllt und ab ging es ins Finale. Es standen noch der Alte Kwaremont und der Paterberg auf dem Programm.

Es muss wohl schon um 17:30 Uhr gewesen sein, als ich am letzten Verpflegungspunkt durch bin. Jedenfalls schlug das Wetter plötzlich um. Es fing leicht an zu schneien und der Wind dreht plötzlich asig kalt auf. Vom letzten Kontrollpunkt fährt man nur noch eine Abfahrt und dann ist man quasi schon im Kwaremont. Dementsprechend ging bei mir im Kwaremont, mit den auf der Abfahrt ausgekühlten Beinen, kaum noch was. Das erste Stück unten ist sehr moderat und gut asphaltiert. In der Mitte wirds mit bis 10% verdammt schwierig auf dem Pflaster, dann wieder ein kurzes Flachstück, damit es dann im Ort oben nochmals mit 4-5% ansteigt. Da war ich froh, als ich oben war. Es fehlte also nur noch der Paterberg, Helling Nummer 17. Gesagt getan. Man kommt aus einer langen und schnellen Abfahrt zum letzten Hindernis. Ich hatte den Anstieg noch gar nicht auf dem Schirm, als vor mir bereits alle aufs kleine Blatt gingen. In der Rechtskurve, in der es letztes Jahr John Degenkolb abgeräumt hat, muss man echt aufpassen. Vor mir fuhr eine kleine Gruppe, an der ich schnell vorbei fuhr um an dem 20% Stück nicht absteigen zu müssen. Gesagt getan, das Steilstück ist auch gerade mal 100-200m lang. Da konnte ich die 34/27 sehr gut drüber drücken.

Damit waren die Schwierigkeiten geschafft. Die Abfahrt vom Paterberg war richtig schnell und dann gings durch eine Ortschaft auf eine breite Nationalstraße, wo ich in einer 10-15 köpfigen Gruppe fuhr. Jedoch hatten wir Gegenwind und die Jungs fuhren nur so 27 km/h. Das war mir zu langsam, ich wollte auf den letzten 15 km nochmal alles raushauen. Als es dann auch zwei anderen Jungs zu langsam wurde und die aus der Gruppe raussprangen, konnte ich nicht mitgehen, da ich eingebaut war. Doch plötzlich kam von hinten ein Auto mit ca. 40 km/h, da bin ich dann mit zwei anderen noch in den Windschatten. Jedoch beschleunigte der Wagen recht schnell auf 50 Sachen, so dass ich ihn nicht mehr halten konnte. Somit waren die zwei Jungs weg und die Gruppe würde mich wieder auffahren. Zum Glück kam in dem Moment ein zweites Auto, wo ich mich widerrum in den Windschatten hängen konnte. Der Fahrer beschleunigte sehr sanft auf 45-50 km/h, so dass ich meine zwei Begleiter schnell wieder einholte. So warens dann nur noch 2 Kilometer ins Ziel und ich habe das Ding ausrollen lassen.

Im Ziel gabs dann erstmal eine Massage, Dusche und Fritten. Als ich von der Massage kam, wars auch schon dunkel.
Den gestrigen Tag durfte ich dann mit und beim Trainer genießen.

Fazit: -Ich kenne kaum ein so Radsportverrücktes Völkchen wie die Flamen
-Das Rennen muss man mal gefahren sein
-Die Ronde ist nicht so „schmerzintensiv“ wie Roubaix. Danach hatte ich 4-5 Tage Muskelkater.
-Die vielen Hindernis (Kreisverkehre, Radwegabgrenzungen, sowie Bodenwellen) machen das Rennen sehr gefährlich.
-10 Stunden auf dem Rad vergehen schnell, wenn man einmal seinen toten Punkt überwunden hat, kann man fast ewig fahren.
-Das Ganze ist super organisiert, da kommt kein deutsches Rennen ran.
Und, die Ronde ist optimales Intervalltraining. Da man die Hellingen immer Vollgas fährt, hat man immer 5-10 Minuten Intervalle.

Das Jahr 2012…

Eigentlich bin ich mit dem Rückblick 2012 ein wenig spät dran… aber besser spät als nie und wenn ich das vielleicht in 20 Jahren nochmal lese, dann bin ich doch froh, 2012 nochmal in ein paar Zeilen zusammenefasst habe.

Die ersten paar Monate des Jahres kann man vielleicht mit dem Label „Vorbereitung“ versehen.

Vorbereitung für Rund um Köln, wo wir erneut mit dem Muax Team am Start standen und Vorbereitung für die Hochzeit auf Santorini im Juni. 7670660410_74d252be40_b

Schien am Tag vorher noch schön die Sonne wurde RuK eine Regenschlacht, doch glücklicherweise kamen wir alle – von einem platten Reifen bei Enrico mal abgesehen – sicher durch und schafften es auch, Kathrin unter die Top Ten zu platzieren. Mission erfüllt. Mal schauen, wie es bei Rund um Köln 2013 laufen wird und wessen Trikot ich da tragen werde.

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Fahrrad abgestellt und vollkommen auf die wichtigste Veranstaltung 2012 konzentriert. Die Hochzeit auf Santorini.

Reportage (141)Erst brachten wir noch Freunde unter die Haube und dann ging es direkt auf unsere Hochzeitsinsel.

Wir hatten eine traumhafte Zeit mit Freunden. Einen unfassbar schönen Hochzeitstag und es war am Ende alles so wir es uns vorgestellt hatten, nur noch toller.

Ein Hauptgewinn war auch unsere Photographin, die wir nur wärmstens empfehlen können (www.stennie.de) und die uns wirklich ans Herzen gewachsen ist.

7568765682_45d9bc027a_b TOLL TOLL TOLL war es. Genau wie unsere Familienfeier, die 3 Wochen später dann in der Nähe von München stattfand.

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Neben manch kleiner Radveranstaltung stand dann der Ötz an, der wohl am Besten mit scheitern auf hohem Niveau beschrieben werden kann 🙂
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Ein große Freude war natürlich auch das Treffen dort mit alten und neuen Freunden und ein Hallo von dem Herrn Ullrich der uns noch zur Hochzeit gratulierte.

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Zu unserer Hochzeitsreise hatte ich hier schon ausführlichst gebloggt, daher fasse ich mich mal kurz… atemberaubend war es!!!

Dann plätscherte das Jahr so vor sich hin. Noch eine Hochzeit und zu Ende war das Jahr 2012!!!

Was 2013 bringen wird, werden wir sehen. Rund um Köln wird es mit Sicherheit geben, in der Familie steht auch eine Hochzeit an, bei Freunden ebenso. Da ich ausser Rund um Köln derzeit für mich keine Rennen plane, werde ich schlicht und einfach versuchen – mit den hier üblichen Marathons und RTF meine Jahreskilometerleistung um 10% zu verbessern. Da kein größerer, längerer Urlaub ansteht, halte ich das auch für durchaus realistisch. Jeden Monat 10% mehr as im letztnen Jahr sind für mich auch genau die richtigen Motivationsabschnitte.

Und vor allen Dingen wünschen ich auch allen Anderen etwas verspätete ein gutes 2013.

Finisher T-Shirt verdient man sich durch finishen…

aber vom www.rennradblog.ch  mit dem offiziellen „Kämpferherz“ T-Shirt ausgezeichnet zu werden, dafür muss man – wie es der Name schon sagt – richtig kämpfen!

Hat mich ungemein gefreut. Vor allen Dingen, dass die Leistung von einem anerkannten Passfahrer so honoriert wird. Und dumm geschaut habe ich auch, als ich heute in die Post geschaut habe.

Vielleicht kann sich Christof ja mal hier bei Rund um Köln als Kölner beweisen… ein T-Shirt hätte ich da schon im Sinn 🙂

Vielen vielen Dank.

Erkläre damit auch den Rennradblog zu meinem ersten Premiumsponsor, da muss sich Schwalbe im kommenden Jahr schon ordentlich anstrengen.