Das Jahr 2012…

Eigentlich bin ich mit dem Rückblick 2012 ein wenig spät dran… aber besser spät als nie und wenn ich das vielleicht in 20 Jahren nochmal lese, dann bin ich doch froh, 2012 nochmal in ein paar Zeilen zusammenefasst habe.

Die ersten paar Monate des Jahres kann man vielleicht mit dem Label „Vorbereitung“ versehen.

Vorbereitung für Rund um Köln, wo wir erneut mit dem Muax Team am Start standen und Vorbereitung für die Hochzeit auf Santorini im Juni. 7670660410_74d252be40_b

Schien am Tag vorher noch schön die Sonne wurde RuK eine Regenschlacht, doch glücklicherweise kamen wir alle – von einem platten Reifen bei Enrico mal abgesehen – sicher durch und schafften es auch, Kathrin unter die Top Ten zu platzieren. Mission erfüllt. Mal schauen, wie es bei Rund um Köln 2013 laufen wird und wessen Trikot ich da tragen werde.

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Fahrrad abgestellt und vollkommen auf die wichtigste Veranstaltung 2012 konzentriert. Die Hochzeit auf Santorini.

Reportage (141)Erst brachten wir noch Freunde unter die Haube und dann ging es direkt auf unsere Hochzeitsinsel.

Wir hatten eine traumhafte Zeit mit Freunden. Einen unfassbar schönen Hochzeitstag und es war am Ende alles so wir es uns vorgestellt hatten, nur noch toller.

Ein Hauptgewinn war auch unsere Photographin, die wir nur wärmstens empfehlen können (www.stennie.de) und die uns wirklich ans Herzen gewachsen ist.

7568765682_45d9bc027a_b TOLL TOLL TOLL war es. Genau wie unsere Familienfeier, die 3 Wochen später dann in der Nähe von München stattfand.

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Neben manch kleiner Radveranstaltung stand dann der Ötz an, der wohl am Besten mit scheitern auf hohem Niveau beschrieben werden kann 🙂
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Ein große Freude war natürlich auch das Treffen dort mit alten und neuen Freunden und ein Hallo von dem Herrn Ullrich der uns noch zur Hochzeit gratulierte.

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Zu unserer Hochzeitsreise hatte ich hier schon ausführlichst gebloggt, daher fasse ich mich mal kurz… atemberaubend war es!!!

Dann plätscherte das Jahr so vor sich hin. Noch eine Hochzeit und zu Ende war das Jahr 2012!!!

Was 2013 bringen wird, werden wir sehen. Rund um Köln wird es mit Sicherheit geben, in der Familie steht auch eine Hochzeit an, bei Freunden ebenso. Da ich ausser Rund um Köln derzeit für mich keine Rennen plane, werde ich schlicht und einfach versuchen – mit den hier üblichen Marathons und RTF meine Jahreskilometerleistung um 10% zu verbessern. Da kein größerer, längerer Urlaub ansteht, halte ich das auch für durchaus realistisch. Jeden Monat 10% mehr as im letztnen Jahr sind für mich auch genau die richtigen Motivationsabschnitte.

Und vor allen Dingen wünschen ich auch allen Anderen etwas verspätete ein gutes 2013.

Tahiti again…

Der Kontrast hätte nicht größer sein können. Es regnet leicht, wir sitzen im Taxi und werden zu unserem Hotel gefahren und träumen eigentlich nur davon, nach Bora Bora zurück zu fliegen.

Die Unterkunft ist in Ordnung, aber wenn man die letzten Tage im Paradies verbracht hat, kann eigentlich nur alles dagegen schwach aussehen. So bringen wir den letzten Abend hinter uns, trinken die letzten Biere die wir noch auf Bora Bora gekauft hatten, schwelgen schon zu diesem Zeitpunkt in Erinnerungen und packen kaum noch richtig aus, gehen auch nur noch im Hotelrestaurant essen und denken schon mit Schrecken daran, dass am nächsten Morgen gegen 5.15 Uhr der Wecker klingelt.

Transfert zum Flughafen geht glatt, die Liebste kann auch nur ihren Souvenierbierkrug kaufen und schon sitzen wir im Flieger nach Los Angeles. Unsere Odysee startet Sonntag Morgen 8 Uhr Ortszeit und trotz einer kleinen Verzögerung in Paris landen wir einigermaßen pünktlich am Montag Abend gegen 8 Uhr im kalten, dunklen Köln.

Wieder daheim.

Die Katzen scheinen sich sehr zu freuen. Die Dame die sie für uns in der Zeit gefüttert hatte hinterließ uns eine Nachricht, dass Sie nicht so richtig fressen wollen… kaum sind wir da, hauen Sie rein wie eh und je. Haben Sie uns womöglich vermisst?

Damit ist dann auch ein weiteres Highlight des Jahres 2012 beendet. Unsere traumhafte Hochzeit auf Santorini hat das Jahr 2012 schon unvergesslich gemacht, die Hochzeitsreise in die Südsee hat das nochmal unterstrichen und war – insbesondere durch die gewohnt perfekte Organisation der besseren Hälfte – absolut einzigartig und toll. Wenn ich könnte, würde ich die Reise am liebsten genau so morgen wieder antreten.

Damit sind dann auch alle Feierlichkeiten rund um die Hochzeit durch. In Puncto Hochzeit wird es am Ende des Jahres noch eine klitzekleine Geschichte geben, die aber noch nicht verraten werden darf 🙂

Bora Bora 2.0

Mit einem Anruf hatten wir zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht gerechnet. Wer soll uns denn auch schon groß im Urlaub anrufen? Also mal abnehmen und schauen, was da wer will. Es meldet sich Laurence. Ihren Titel habe ich nicht so ganz verstanden, aber sie scheint so etwas wie eine Guest Relationship Managerin zu sein, oder was auch immer man sich für einen Titel für ihren Posten ausgedacht hat.

Die ersten Minuten verbringt sie damit sich zu entschuldigen. Wie unangenehm es dem Hotel doch wäre, dies würde in keinster Weise den Ansprüchen, die sie an sich selbst haben, gerecht werden, blablabla. Langsam bekomme ich ernsthaft fast Mitleid und muss an die Szene von Monty Python und der verdreckten Gabel denken. Hoffentlich tut sich hier keiner was an.

Sie erklärt uns nochmal, dass unser Bungalow jetzt grundgereinigt würde und ausgeräuchert, während wir unseren Ausflug machen. Da dies aber auch keine 100% Garantie wäre, würde man uns gerne eine weitere Unterkunft zeigen und vielleicht könnten wir uns ja mit dem Gedanken anfreunden, noch einmal umzuziehen.

Ok, jetzt wird es also spannend, was haben die denn da feines für uns in der Hinterhand.. 🙂

Es wäre ein Haus am Strand, also kein Über dem Wasser-Bungalow und wenn wir wollten, könnten wir ihn uns gerne mal ansehen. Aha, Strand… na gut, ich sehe das Vermittlungsproblem „Mountain View“ meiner Angetrauten gegenüber, aber was kann schon passieren, schauen wir uns das Hüttchen jetzt einfach mal schnell an.

Auf zur Rezeption, wo uns Laurence erwartet. Zur Rezeption bedeutet in diesem Fall ein Marsch von etwa 10min, man kann ja nicht mal eben in den Aufzug steigen und runter fahren, wie man es sonst vielleicht von Hotels gewohnt ist. Auf dem Weg dorthin, spekulieren wir nun erneut was kommt, von der besseren Hälfte höre ich zumeist die Wörter „Mountain view…“ sie ist halt Kind der Berge…

Laurence scheint furchtbar nett zu sein, und zwar nicht nur auf professionelle Art und Weise. Sie entschuldigt sich erneut und 2min später sitzen wir small talk plaudernd im Wägelchen und fahren in einen Bereich des Ressort, den wir bisher noch überhaupt nicht gesehen haben. Die Frage nach dem „Mountain View“ wird natürlich umgehend gestellt, die Antwort „kind of“ beruhigt mich nicht völlig, der leicht skeptische Blick der Süßen ebenso wenig.

Kurz darauf wird das Wägelchen geparkt und wir stehen vor einem Haus! Ok… also… das ist jetzt was?

Wir werden reingebeten und stehen in einem Wohn-, Esszimmer, das größer ist als unsere Wohnung in Köln. Äh… also… Wir schauen uns an und kommen uns irgendwie komisch vor, wie wir da so mit offenem Mund stehen. Die Führung beginnt. Es gibt einen Osttrakt mit einem Schlafzimmer einem Badbereich, Ankleidezimmer und allem was man so braucht. Diesen Bereich werden wir im Laufe des Aufenhalts gar nicht nutzen… die Tür bleibt einfach zu. Eine Küche mit einem richtigen Kühlschrank – richtig kalte Getränke ist sehr schön –  und Kaffeeautomaten. Gästetoilette mit eigener Dusche (!?), ein Durchgangszimmer führt dann zu unserem Schlafzimmer mit Ankleidebereich, von dort Richtung Bad und einer Badewanne, die halb im Haus drin und halb draußen ist. Wir bekommen immer größere Augen…

Auf die Terrasse und mein Mund geht gar nicht mehr zu… ein eigener Pool, ein eigener Jacuzzi und unser Garten geht direkt in den privaten Strand über wo die Liegen schon bereit stehen. Und von diesen Liegen dann auch direkten Blick auf den Berg.

Also… sprachlos sind wir und kommen aus dem staunen gar nicht mehr raus. Da muss man dann auch nicht lange überlegen und schon haben wir eine neue Unterkunft. Im Laufe des Aufenthalts schauen wir dann mal schnell im Internet nach und stellen fest, dass dies wohl mehr als ein upgrade ist, wir sitzen in einer 300m² Villa die sonst üblicherweise 4000€ pro Nacht kostet.

Laurence scheint zu merken, dass wir nahe an der Fassungslosigkeit vorbei schrammen und es wirkt zumindest auch so, als wenn sie auch ein wenig Freude daran hat zu sehen, wie wir mit großen Augen unser neues Domizil betrachten.

Auf einmal wird alles recht hektisch, wollten wir doch eigentlich bald zum Ausflug aufbrechen. Also schnell zurück zu unserem ursprünglichen Bungalow, dort packen und mit den Klamotten in unsere Villa umziehen. Beim packen sind wird dann erstmalig auch wieder alleine und freuen uns wie die kleinen Kinder und sind völlig aufgeregt und wiederholen immer wieder, was das doch für ein Wahnsinn ist. Jeder hat einzelne Details gesehen, die dem anderen nicht aufgefallen waren. „Hast du gesehen, nicht nur Bademantel sondern Bademantel und Morgenmantel.“ „Hast du die Hängematte gesehen? Den Jacuzzi?“ Alles wirkt leicht irreal und als wir dann unseren Beetlebungalow verlassen, bedanken wir uns ganz artig bei den kleinen Käferchen, denen wir ja die neue Unterkunft zu verdanken haben.

In der Villa wird alles nur abgeladen und weiter geht es dann zum Ausflug. Alles sehr hektisch, wir vergessen den Reiseführer und sitzen auch schon im Boot, welches uns zur Hauptinsel bringt. Erstmal durchatmen und die Überfahrt nutzen, um uns zu zwicken und zu fragen, was da gerade eigentlich so passiert ist.

Wir wären mit dem Bungalow mehr als glücklich gewesen, die bescheidene Unterkunft auf Tahiti war völlig in Ordnung, bei unserem letzten Toskanaurlaub haben wir sehr sehr glücklich in einer Jugendherberge gewohnt und würden dies wahrscheinlich auch wieder machen, aber einmal auch diese Art von Unterkunft kennenlernen zu dürfen, die wir uns zumindest in diesem Leben niemals auch nur im Ansatz hätten leisten können, dass hat schon etwas.

Auf Bora Bora angekommen, sind wir erstmal ratlos, was wir jetzt auf der Insel anfangen sollen, hatten wir doch eigentlich vorgehabt uns kurz vorher nochmal einzulesen. Da es eigentlich nur eine größere Straße gibt, leihen wir uns kurzerhand Fahrräder und fahren diese Straße einfach mal Richtung Süden zu den Stränden ab und schauen uns ein wenig um. Dies stellt sich als die genau richtige Entscheidung heraus. Wir fahren fröhlich die Straße entlang und sehen wahrscheinlich deutlich mehr, als unsere amerikanischen Mitreisenden die sich per Taxi in eine mehr oder weniger berühmte Strandbar kutschieren lassen.

Nach fast einer Stunde nehmen wir ein Kaltgetränk, schauen auf den Strand, dass türkise Wasser und den trotz Wolken wunderschönen Himmel und können unser Glück kaum fassen. Für solche Momente macht man wohl eine Hochzeitsreise.

Wir radeln zurück, füllen unsere Vorräte im Supermarkt auf und schon sitzen wir wieder in unserem Boot zum Hotel.

Dort schauen wir unsere neue Villa noch einmal in Ruhe an und können es immer noch nicht fassen. Die Liebste will ab der ersten Sekunde unsere Luxusherberge nicht mehr verlassen.

Die ein oder andere kleine Eidechse sprintet über unsere Terrasse  aber in der Hinsicht fügt die bessere Hälfte sich einfach in ihr Schicksal. Eine „was will man machen“ Haltung stellt sich ein und obwohl Sie sich immer noch vor den Viechern ekelt, wird das jetzt einfach in Kauf genommen.

Die nächsten 3 Tage höre ich von der besseren Hälfte des Öfteren „Wir sind im Paradies und ich will hier nie wieder weg“. Kommt der Sache auch ziemlich Nahe.

Wir verbringen die Tage damit alle möglichen Wassergeschichten, die angeboten werden, zu nutzen. Tretboot war öde, Doppelkajak machte richtig Spaß – wusste gar nicht, dass ich ein solches Talent an meiner Seite habe – und ich stelle mich gar nicht so blöde an, wenn es darum geht, auf diesen komischen Surfbrettern stehend durch die Lagune zu paddeln.

Das Wasser ist unglaublich warm, so dass wir wirklich ewig durch die Lagune schnorcheln und dabei im klaren Wasser so viele Fische sehen, wie wir es uns nie hätten Träumen lassen. Die sind auch so wenig scheu, dass sie um einen rumschwimmen und der besseren Hälfte sogar den Finger anknabbern.

Ansonsten liegen wir gerne am Pool und an „unserem“ Strand rum, lesen viel, genießen den Sonnenuntergang bei einem Bier, Essen gut in Bar und Restaurant, sind immer wieder völlig baff vom Service.

Als kleines Beispiel, die bessere Hälfte legt ihr Buch verkehrt herum hin, um nicht die Seite zu verschlagen und später weiter zu lesen. Nicht gut für den Einband, macht man aber halt mal auf die Schnelle so. Wir kommen zurück vom Strand, da war zwischendurch das Housekeeping Team da und beim rumputzen, nehmen die das Buch, drapieren es schön auf dem Couchtisch und legen ein eigenes Lesezeichen ein. Solche Kleinigkeiten machen dann wohl den Unterschied aus.

Die 3 Tage vergehen schnell und uns fällt es wirklich schwer, diesen Traum zu verlassen.

Wir verabschieden uns von Laurence, bei der wir uns nochmal von ganzem Herzen bedanken und die paar niedergeschriebenen Zeilen, in der wir uns bei Allen bedanken und ihr zu diesen grandiosen Mitarbeitern gratulieren, scheint sie schon zu rühren.

Wir besteigen das Boot, ein letzter Blick zurück und auf geht es zum Flughafen.

Madame legt diesmal Wert auf einen Platz auf der rechten Seite, kriegen wir hin und landen nach einem unspektakulären, von Wehmut begleitetem Flug wieder auf Tahiti.

Es ist grau, fast regnerisch und der Kontrast könnte kaum größer sein.

Bora Bora 1.0

Hier auf Bora Bora wollten wir 4 Tage einfach nur entspannen und faulenzen.

Das 4 Seasons ist mit Sicherheit nicht die günstigste Adresse, aber wir hatten ja schon früh gebucht, ein besonderes Angebot wahrgenommen und wenn nicht zur Hochzeitsreise, wann sonst gönnt man sich einen solchen Luxus?
Von den 6 verschiedenen Over Water Bungalows hatten wir uns für die mittlere Variante entschieden, insbesondere der wunderschöne Blick auf den Berg war da für die bessere Hälfte der ausschlaggebende Punkt.

Wir sind die Einzigen im Shuttleboot, es werden gekühlte Handtücher und Getränke gereicht, ein Vorgeschmack darauf, was uns in den kommenden Tagen erwarten wird.
Begrüßungscocktail und eine kleine Führung, so dass man weiss wo sich was befindet. Man wird wirklich alle paar Sekunden gegrüßt und angelächelt. Was mir unter anderen Umständen suspekt erscheinen würde, wirkt hier jedoch völlig normal und natürlich. Die bessere Hälfte murmelt etwas von „Paradies“, lediglich die Wolken stören, aber so bleibt dann auch noch was Luft nach oben.

Wir beziehen unseren Bungalow der in jeglicher Hinsicht geschmackvoll eingerichtet ist und für die nächsten 4 Tage unser zu Hause sein soll. Bad mit Blick auf den Berg genommen, den Champagner getrunken, der uns zur Begrüßung hingestellt wurde, es fängt gut an auf Bora Bora und kann nach meinem Geschmack die nächsten Tage so weiter gehen.

Wir sitzen vor dem Abendessen auf der Terrasse, genießen den Ausblick, trinken ein Bier und freuen uns einfach, als wir unseren neuen Mitbewohner kennenlernen. Ein etwa 4cm großer, fetter schwarzer Käfer läuft über die Terrasse und ist dabei verdammt schnell. Wie bei der Geschichte vom Hasen und Igel verschwindet er unter einem Brett, um nur Sekunden später wieder woanders aufzutauchen. Das hatten wir uns anders erhofft… Ich erwische ihn mit einem gezielten Wisch einer meiner Flip Flops und er landet im Meer. Da die bessere Hälfte kurz rein ist, muss ich mir selber auf die Schulter klopfen, lasse mich auf meinen Stuhl fallen und sehe wie mir – auf dem schwarzen Buchcover des Buches der besseren Hälfte sitzend – ein baugleiches schwarzes Käfermodell entgegengrinst. Aus dem Inneren des Bungalows höre ich ein lautes Fluchen. Ich muss sagen, dass ich es recht entzückend finde, wenn so völlig unerwartet solche Flüche von einem so zarten Geschöpfe rausgehauen werden. 🙂

Auf der Toilette wurde ein weiteres Beetlemodell gesichtet und so langsam schlägt die Stimmung um.

Klar ist man in den Tropen, klar gibt es hier mehr und andere Viecher als bei uns. Aber weder bei tripadvisor noch anderen Bewertungsportalen hatten wir etwas von einem Käferproblem beim 4 Seasons gelesen!?

Wir beschließen erst einmal zu Abend zu essen und dabei auf dem Weg dorthin bei der Rezeption nach zu fragen, was wir denn vielleicht tun können, um die Tiere nicht zusätzlich anzuziehen. Die Dame dort ist sichtlich geschockt. Dies wäre absolut nicht üblich und Sie entschuldigt sich gefühlte 100 Mal. Während wir essen würde unser Bungalow nochmal grundgereinigt werden und speziell danach geschaut werden.
Klingt vernünftig, machen wir so und wir genießen unser Abendessen, was wirklich ausgesprochen gut war.

Zurück im Bungalow kommt es direkt zur nächsten und größeren Beetleskrise. Wir öffnen die Tür und einer kriecht fröhlich an der Wohnzimmer Wand lang, 2 weitere sitzen im Schlafzimmer über dem Bett an der Decke. Die bessere Hälfte ist sichtlich angespannt. Wenn nach einer Grundreinigung Minuten später die Viecher schon wieder fröhlich sich breit machen, wie soll es dann erst nach mehreren Stunden in der Nacht hier aussehen? Sie könne hier nicht schlafen und wir rufen erneut an der Rezeption an, die uns umgehend jemanden vorbei schicken. So hatten wir uns dann die erste Nacht im Luxusbungalow nicht vorgestellt.

Eine Chefhousekeepingdame mit Assistenten kommt vorbei, entschuldigt sich gefühlte 200 Mal und schaut sich die Bescherung an. Während die Süße die Situation erklärt und die Mitbewohner einzeln vorstellt, bittet die Madame sie doch von der Wand zurück zu treten, dort hatte sich ein weiterer Beetle eingefunden. Sehr gut, die Dame hält uns nicht für hysterisch, ihr angewiderte Gesichtsausdruck spricht eine eindeutige Sprache und sie bietet uns an, über Nacht in einen anderen Bungalow zu ziehen, morgen während wir den Landausflug machen, würde man dann den Bungalow grundreinigen und den Kammerjäger vorbei schicken, dann wäre alles in Ordnung.

Wir sind mittlerweile auch ein wenig müde und stimmen natürlich zu. Der „neue“ Bungalow liegt direkt auf der anderen Seite des Steges und ist somit maximal 50m entfernt, der soll jetzt beetlefrei sein???
Ist er und wir schlafen ganz wunderbar.

Am nächsten Morgen bei einem unfassbar guten Frühstück überlegen wir uns, wie es wohl weiter geht. Werden wir in unseren „alten“ Bungalow zurückgeschickt, wird man uns einen komplett anderen Bungalow geben? Werden wir gebeten in dem jetzigen zu bleiben, was für uns eigentlich nicht in Frage kommt, da die bessere Hälfte ja der Bergblick so wichtig ist.

Fragen über Fragen und auch überlegen wir, ob und wenn ja was sich wohl das 4 Seasons als Entschuldigung einfallen lässt. Immerhin hatten wir den Stress mitten in der Nacht umzuziehen, müssen ggf nochmal umziehen und den Damen am Vorabend war das alles schon sehr unangenehm. Wir kommen zu dem Schluss, dass ein Früchtekorb und eine weitere Flasche Champagner wahrscheinlich sind. Abendessen in einem der Restaurants oder ein upgrade auf einen der noch höherpreisigen Bungalows erscheint uns dann doch eher unwahrscheinlich.

Wir gehen zurück zu unserem „neuen“ Bungalow, um uns für den Landausflug umzuziehen als das Telefon klingelt und unser kompletter Aufenthalt auf den Kopf gestellt wird.

Moorea

Wir treten aus dem Flughafengebäude und wie gewohnt ist es schwülwarm. Unsereins braucht wohl länger um sich an dieses feuchtwarme Klima zu gewöhnen. Unser Transfer verspätet sich ein wenig, so dass uns genug Zeit bleibt, die Reisenden nach Bora Bora beim Einsteigen in die Maschine zu beobachten. Man erinnere sich an „Projekt linke Seite“ Ich stufe das ganze als problemlos machbar ein. Unser Transfert ist da und wir laden unser Gepäck bei Florence ein, einem Mädels etwa in unserem Alter. Moorea ist auf den ersten Eindruck noch grüner, noch entspannter und noch freundlicher. Weniger Verkehr, weniger Menschen und mehr Natur. Im Laufe des Aufenthalts erfahren wir, dass auf Moorea für 17000 Menschen 11 Polizisten zuständig sind. Bei Gelegenheit werde ich mal die Zahlen für Köln nachsehen und schauen ob wir da ebenso friedfertig sind. Florence fährt mit uns die Küstenstrasse entlang zu der Pension, die etwas weiter am Berg gelegen ist, und von ihr und ihrem brasilianischen Mann Alex betrieben wird. Auf dem Weg dorthin fahren wir an verschiedenen Obst- und Gemüsegärten vorbei und sind am Ende einer steinigen Piste da. 6 Bungalows rund um einem Pool auf weitläufigem Gelände. Und als wir unseren Bungalow betreten wird auch unser Problem mehr als deutlich. Die Süße hat ein kleines Problem mit Geckos. Eher schon ein großes Problem, denn sie eckelt sich unfassbar vor diesen Tieren. Die Bungalows sind nach oben in jedem Raum offen und als wir ihn betreten sitzen auch schon 2 dieser kleinen flinken Viecher an der Wand. Die gefühlten Millionen Mücken, die mir in kürzester Zeit Stiche im deutlich 2stelligem Bereich zufügen, regen mich schon nicht mehr auf, aber dass die bessere Hälfte kopfschüttelnd und unter klitzekleinen Tränchen meint, hier können Sie kein Auge zumachen, macht die Situation dann doch etwas schwierig. Als dann 2 weitere Geckos über die Zimmerwand flitzen und uns das Gefühl vermitteln, dies wäre ihr Bungalow und den wollen sie nicht kampflos abgeben, steht der Entschluss und so unangenehm es uns ist, wir müssen Florence uns Alex mitteilen, dass wir nicht bleiben können. Sie haben Verständnis und erzählen uns sogar, dass sie schon geplant hatten die Bungalows „dicht“ zu machen, dass dies in naher Zukunft passieren würde, aber uns jetzt natürlich nichts bringen würde. Von ihnen kommt der Vorschlag, dass wir uns eine andere Unterkunft des Besitzers anschauen könnten, Florence telefoniert ein wenig rum, wir plaudern mit Alex, der sogar schon einmal in Köln gewesen war und bald schon sitzen wir wieder im Auto und werden zur Strandunterkunft gebracht. Dort treffen wir Florences Kollegen, der uns zu einer ziemlich abgerockten Unterkunft bringt. Um es zu verkürzen, das Ding geht auch nicht und trotz ihrer Gutmütigkeit ist deren Geduld verständlicherweise auch mal zu Ende und Florences Kollege lädt uns in seinen Pick Up und bietet uns an uns beim nächsten Ressort ab zu setzen, dann wäre es aber auch gut. Einverstanden und 5min später fahren wir beim nächsten Ressort vor. Die Rezeptionistin ist ob des Bildes, das sich ihr bietet etwas erstaunt, 2 Touris – mittlerweile von der Odyssee ein wenig gezeichnet – die vom Pick Up eines Einheimischen springen der sich umgehend wieder aus dem Staub macht. Wir haben Glück und es ist noch etwas für uns frei und obwohl es eigentlich das für Moorea vorgesehene Budget übersteigt wird nicht nachgedacht, man ist ja nur einmal auf Hochzeitsreise. Der Strandbungalow ist dann auch völlig zu unserer Zufriedenheit und wir verbringen die folgenden 3 Tage auf Moorea mit lesen, schnorcheln, Kajak fahren und in der Sonne liegen.

An einem Tag machen wir wieder eine Safari, die zwar nur 4h lang ist, aber dafür uns von einigen Aussichtspunkten einen unvorstellbar schönen Blick auf die Opunohu Bucht und Cooks Bay gewährt. Ananasplantagen werden besucht und wir können alte polynesische Tempel ansehen. Ebenfalls sehr empfehlenswert, wobei wir uns am Ende ein wenig wie auf einer Kaffeefahrt vorkommen, kehrt man doch bei einer dieser schwarzen Perlen-Verkäufern ein.   Abends essen wir jeweils wieder bei einem Roulotte außerhalb des Hotels, welches als Motto zu haben scheint „Qualität ist schön, Quantität ist wichtig“!

Die abendlichen Folkloreshow ignorieren wir insofern, als das wir uns aus sicherer Entfernung das Spiel anschauen. Dass Touris dabei mitmachen und schlecht imitierend rumtanzen, hinterlässt mich immer leicht fassungslos.

Die 3 Tage vergehen wie im Flug und schon sitzen wir wieder im Transfert zum Flughafen. Wir sind früh genug da, müssen unser Gepäck nochmal ein wenig umsortieren, da der Koffer mit 26kg dann doch zu schwer ist, und warten lesend. Der Moment, auf den die bessere Hälfte schon lange wartet, kommt. Der Flug wird aufgerufen. Unser Platz auf der Bank ist dem Platz wo sich die Schlange bildet am Nähesten – Vorbereitung ist alles – und so können wir trotz unserer enormen Geschwindigkeit noch lässig schlendernd wirken und stehen zum Boarding in der ersten Reihe. Die bessere Hälfte ist glücklich und ist Sie glücklich, bin ich es auch.

Als wir in der 3 . Reihe Platz nehmen, machen uns lediglich die Wolken sorgen. Kann man bei diesen Wolken Bora Bora überhaupt vom Flieger aus sehen? Aber dies soll in der nächsten Stunde nicht unser größtes Problem sein. Der Flug durch die Wolken ist vorsichtig ausgedrückt etwas unentspannt. Die bessere Hälfte fliegt viel und ist in der Hinsicht eigentlich robust und nicht leicht zu schocken, aber die kleine Maschine, ordentlich durchgerüttelt, ist dann doch nicht so ihr Ding.

Man sieht förmlich wie ihr langsam, aber stetig die Gesichtsfarbe abhanden kommt. Ich bin auch alles andere als glücklich, bekomme Schweißattacken, muss das Lesen einstellen und schaue immer wieder auf die Uhr, wie lange der Flug denn wohl noch geht. Meine Versuche die bessere Hälfte mit Gesprächen abzulenken laufen ins Leere, sie reagiert nicht mehr so richtig… Wir landen für einen Zwischenstopp und die Süße meint, dies sei der schlimmste Flug ihres Lebens und wenn es so weiter ginge, würde die Tüte, die im Sitz vor ihr in der Lehne steckt, noch vollgebrochen werden.

Das will nun wirlich niemand. Bei mir reicht ein Schluck Wasser, um mich wieder in die Spur zu bringen. Bei ihr werden alle Geschütze aufgefahren. Wasser trinken, Übelkeitspillen nehmen und Kaugummi kauen. 15min später geht es wieder in die Luft und wir haben Glück, dass der Weiterflug nur etwa 15min dauert, so dass wir nicht in die wirklich dicken oberen Wolkenschichten kommen. Leider verhindern aber auch die kleineren Wolken die tiefer und somit auf unserer Flughöhe hängen einen schönen Ausblick… Aber wir haben es zumindest versucht. Als wir den Flieger verlassen, warten dort schon Angestellte von den einzelnen Hotels, man wird mit Blumenkränzen behangen und zum Shuttleboot gebracht.
Wir sind auf Bora Bora angekommen.

Tahiti

Tahiti

Am Flughafen wartet schon unser Transfer und vom ersten Moment an empfinde ich die Polynesier als sehr freundliche und gelassene Menschen.

Wir versorgen uns noch mit Bargeld und schon sitzen wir im Auto zu unserer Unterkunft. Die Unterkünfte sind so geplant, dass wir auf Tahiti eine eher einfache Pension bewohnen, auf Moorea dann bei einer Lodge in den Bergen unterkommen und auf Bora Bora dann in einem Ressort im Luxus schwelgen.Es ist immer noch vor 8 Uhr am Morgen und schon sehr schwül und heiss.

Es führt die Küstenstrasse durch kleine Orte entlang zu unserer Unterkunft. Einerseits fahren wir an den bekannten Luxusressorts vorbei, andererseits aber stehen nur Meter weiter Wellblechhütten, und Müll wird einfach auf die Straße geworfen. So einfach ausblenden kann und will ich das auch nicht, aber andererseits denke ich mir auch, dass es ohne die ganze Tourismusindustrie noch weniger Arbeit und Geld gäbe und die Armut noch größer wäre. Ob ich damit mich selbst belüge weiss ich nicht, bis mir einer das Gegenteil beweist, glaub ich es einfach mal.

Die Unterkunft ist genau wie erwartet. Schlicht,  einfach und sauber. Vincent, der Betreiber, ist noch nicht da, so dass wir uns erst einmal auf die Terrasse unseres Zimmers setzen und erstaunt umschauen. Tahiti, Südsee, Hochzeitsreise. Monate darauf gewartet, jetzt geht es dann wirklich los. Eine Dame kommt, die Formalitäten werden erledigt und wieder einmal kann ich von großem Glück reden, dass das Französisch der besseren Hälfte so gut ist, dass sie direkt umschalten kann und mit der Dame auf französisch weitere Aktivitäten klären kann.

Im Zimmer kommen wir zu dem Schluss, dass wir versuchen so lange wie möglich nicht zu schlafen, um schnellstmöglich in den „normalen Tag und Nacht“ -Rhythmus zu kommen. Also direkt Aktion.

Wir schnappen uns Schnorchel, Maske und Flossen und gehen zum Strand. Die in der Pensionsbeschreibung angegebenen 100m entsprechen den Tatsachen und schon stehen wir am Strand. Mit den oft auf Bildern gesehenen schneeweißen Sandstränden hat es allerdings nur das glasklare Wasser gemein, ist doch Tahiti – wie auch unsere Hochzeitsinsel – vulkanischen Ursprungs und daher ist der Sand eher dunkel eingefärbt. Rein ins Wasser. Ich gebe zu, dass ich in der Hinsicht etwas kompliziert bin, denn rumschwimmen in kaltem Wasser ist so gar nicht meine Angelegenheit. Hier jedoch kann ich mich seit sehr langer Zeit wieder ins Wasser stürzen ohne direkt zu frieren. Herrlich. Das von der Pension geliehene Schnorchelequipment ist nur so mittelgut, aber wir können zumindest unsere ersten Fische in freier Wildbahn sehen.

Kurz zurück zur Pension, duschen und dann mal im Ort nach einem Supermarkt schauen. Auch das ist schnell erledigt. Danach überkommt mich die große Müdigkeit! Wir planen uns nur kurz für eine halbe Stunde hin zu legen, 3h später wache ich auf und laufe rum wie ein Zombie.

Zum Abendessen schleppen wir uns in den Ort, direkt danach gehen jedoch bei mir die Lichter aus und gegen 20Uhr am Abend falle ich ins Bett. Nachts wache ich mehrfach auf und um 4.30Uhr ist die Nacht endgültig vorbei.

Was lesen, was schreiben, so vertreibe ich mir die Zeit bis auch die bessere Hälfte wach ist und es dann zum Frühstück geht welches wie erwartet nicht üppig, aber in Ordnung ist.

Papeete Wir fahren mit dem öffentlichen Bus nach Papeete. Nur für diese eine Tour einen Mietwagen zu nehmen erscheint uns ein wenig übertrieben und wenn man genug Zeit hat, kann man sich schon einmal darauf einlassen. Eine Bushaltestelle ist fast direkt vor unserer Tür. Dort hängt allerdings kein Plan oder ähnliches, der uns sagen könnte, wann der Bus fährt. Man setzt sich hin und wartet. Jemanden zu fragen macht lt. Reiseführer auch keinen Sinn, bekommt man doch grundsätzlich eine positive Antwort „Jetzt gleich“ „Bald“ oder ähnliches. Optimistische Höflichkeitslüge könnte man es vielleicht nennen.

Unser Bus kommt jedoch nach kurzen 5min, wir steigen ein und sind die einzigen Touris inmitten von Polynesiern. Die Ansage unseres Vermieter, man würde beim Aussteigen bezahlen kommt uns mittlerweile eigenartig vor, bezahlt doch jeder sein Ticket direkt beim Fahrer, aber die fröhliche Musik verdrängt jeden Gedanken an polynesischen Knast und nach 20min steigen wir in Papeete aus. Fürs Charma und Gewissen bezahlen wir selbstverständlich noch beim Aussteigen.

Papeete selber ist ein Nest. Der Markt stellt einen Mittelpunkt dar und befindet sich – wie auch in Malaga, an den er mich erinnert, in Hallen, wo so ziemlich alles angeboten wird.

Das Rathaus ist recht hübsch, Notre Dame teilt mit der Pariser Kathedrale nur den Namen und bald haben wir auch schon alles gesehen.

Das polynesische Parlament ist sehr offen gestaltet und ehe wir uns versehen, werden wir rein gebeten und schauen uns um. Man ist schnell durch mit Papeete, ist es doch nicht größer als ein Stadtteil von Köln, daher geht es noch kurz zur Post – wo wir ewig anstehen, manche Dinge sind wohl weltweit gleich – und wir fahren mit dem Bus zurück. In der Pension verbringen wir den Resttag mit lesen und Podcast hören am Pool und gehen noch einmal zum Strand, den Sonnenuntergang anschauen.

Abends geht es dann zu einer Roulotte, was einer Art mobile Garküche ist. Salzige und Süße Crêpes wirken im ersten Moment skurril, angesichts der engen Beziehung zu Frankreich dann aber doch nicht so überraschend. Gut war es und es geht in die nächste Jetlagnacht, in der ich schon weniger oft aufwache und zumindest bis 5Uhr schlafe.

Am 3. Tag geht es auf Safari. In einer Kleingruppe mit 7 Personen und einem Guide geht es über die Insel und durchs Gebirge.

Tahiti bietet wirklich abseits der Ortschaften wunderschöne Landschaften und Natur. Der Guide ist klasse, erklärt uns viele Pflanzen und Bäume, steuert den Jeep grandios über die Piste, über die ich mich kaum mit einem Moutainbike trauen würde, und hat wirklich die Mission uns seine Heimat näher zu bringen. Wer hier ist, sollte definitiv eine solche Tour machen.

Nach etwas mehr als 7h sind wir wieder daheim und bei Crêpes und Bier steigt dann auch langsam die Vorfreude auf Moorea, welches das nächste Ziel am nächsten Tag sein sollte.

Morgens also den Koffer gepackt und auf den Transfert zum Flughafen gewartet. Dankenswerterweise durften wir noch auf unserer Terrasse warten und bald kam auch schon unser Taxi. Am Flughafen dann gibt es erste Überlegungen zum Projekt „links sitzen“, welches die bessere Hälfte schon seit geraumer Zeit beschäftigt. In div. Foren und sogar in unserem Reiseführer wird den Bora Bora-Reisenden empfohlen, unbedingt auf der linken Seite im Flieger zu sitzen, da man dort die deutlich hübschere Aussicht habe.

Da der Flieger von Tahiti über Moorea nach Bora Bora geht, können wir also schon einmal die Platzsituation vorsichtig sondieren und was wir sehen gefällt der besseren Hälfte. Abflug Tahiti und nach kurzen 15min Flug sind wir auf Moorea.

Anreise

30h unterwegs von Haustür zu Haustür – Köln>Paris>Los Angeles>Tahiti – möglicherweise zumindest von der Entfernung her die weiteste Reise, die man machen kann. Einmal rund um den Globus.

Köln>Paris wie erwartet unspektakulär. Dort dann in den nächsten Flieger, was ebenso unaufgeregt stattfindet, lediglich die Menge an Menschen, die in eine solche Maschine passt, erstaunt mich immer wieder. Wir haben dank der guten Planung der besseren Hälfte so 2er Sitze, dass also auch erste Romantik aufkommen kann

Nach unserem letzten USA Flug nach San Francisco war ich von dem langen Flug und Jetlag komplett aus der Bahn geworfen. Ich erwartete für diese Reise eigentlich nicht, dass es besser sein würde, aber zumindest den Flug nach Los Angeles verpackte ich ganz gut, langsam kam jedoch leichte Müdigkeit auf. Die geschauten Filme (MiB3, Prometheus und Tribute von Panem) waren erstaunlich schlecht, zumindest von Prometheus hatte ich mehr erwartet. Bei der Panemgeschichte, musste ich immer an Didi Hallervorden in „Das Millionenspiel“ denken. Manche Geschichten werden wohl immer wieder erzählt.

Warum ich den kompletten Immigration-Krams in den USA durchlaufen habe, ist und bleibt mir ein Rätsel. Du stehst genauso in der Schlange wie Leute die monatelang durch die Staaten reisen, obwohl du lediglich den Flieger wechselst! Völlig unnötig. Nebenbei hatten wir das Problem, dass in unseren Unterlagen nirgendwo vermerkt war, wann genau der Flieger nach Tahiti abheben würde, wir ergo mit jeder verplemperten Immigrationminute nervöser wurden.

Es beruhigte lediglich, dass um uns herum genug Menschen aus unserem Flieger standen, die ebenfalls den Anschein erweckten, in die Südsee zu wollen. Die werden doch nicht diese ganzen Passagiere hier zurücklassen, sagten wir uns immer wieder und beruhigten uns so.
Den ganzen Kram durch, ging es aus dem Gebäude raus, links, Rolltreppe hoch hetzen und schon steht man wieder in einem anderen Gebäude wo die Auskunft der Mitarbeiterin etwas anderes sagt als die Schilder und man selbst nach gut 22 wachen Stunden – davon etliche unterwegs –  auch nicht mehr groß Entdeckergeist aufbringt, sondern sich in sein Schicksal fügt. Wird schon stimmen…  Und es stimmte. Endlich auch mal ein Monitor, der unsere Anspannung von einer auf die andere Sekunde löste. 45min bis Abflug, alles gut.

Der Besuch einer amerikanischen Flughafentoilette ist etwas, was ich schnellstmöglich aus meinem Gedächtnis streichen möchte, da entweder ein Land, das fähig ist zum Mars zu fliegen, nicht in der Lage ist seine Toiletten zu reinigen, oder aber jeder Fliegende grundsätzlich alle Manieren daheim lässt.
Es gibt Freeware Wifi und man setzt mal ein paar tweets ab und freut sich umso mehr, als dass der Flieger wg. technischer Probleme erstmal nicht abheben kann. 30min scheinen nicht weiter tragisch, Kaffee holen und mal Leute anschauen.

Grundsätzlich gehören wir ja eher zu den Menschen, die eher überpünktlich sind. Als ich einmal einen Flieger verpasst hatte, ärgerte ich mich so, dass dies mir nicht mehr wieder passieren sollte. Daher checken wir immer online ein, sind zeitig bei der Sicherheitskontrolle und auch pünktlich am Gate.
Dadurch bekommt man aber natürlich mit, was für Dramen sich abspielen, wenn Menschen durch einen Flughafen rennen und meinen, dass das Boarding jede Sekunde schließt. Ein Paar gefiel mir besonders, wo er mit Koffern bepackt wie ein Esel vorne weg rannte (!), während sie in pinkem Frotteetrainingsanzug beflipflopt versuchte, den Anschluss zu halten. Ok, wir hatten auch ein wenig verplant uns gesorgt, diese angsterfüllten Gesichter spielten aber in einer ganz anderen Liga. Nach 3 Paaren war dieses Schauspiel beendet und weitere 30min wurden angekündigt. Getreu dem Motto „was ich nicht ändern kann, darüber rege ich mich – insbesondere auf meiner Hochzeitsreise – nicht auf“,  wurde die Zeit tot geschlagen und wirklich ging es dann nach einer Stunde los Richtung Tahiti. Während des Fluges müssen wir ein Formular für den polynesischen Fremdenverkehrsminister ausfüllen, warum wir einreisen möchten… na da will man ja ehrlich bleiben.

Die letzte Etappe war dann mit 8h auch schnell hinter uns gebracht, sicher gelandet und beim Verlassen des Fliegers kam es mir direkt vor, als wenn ich eine Dampfsauna betrete. Schwül heisses Tropenklima, welches ich in dieser Form noch nicht kennengelernt habe.

In der Ankunftshalle spielen wirklich 2 ältere Herren auf ihren Ukulelen und eine Dame mit Blumen behangen tanzt dazu. Die bessere Hälfte ist begeistert, ich finde es nach 28h unterwegs eher surreal, es ist schließlich irgendwas mit 6h morgens Ortszeit. Hier auch wieder dauert das Einreiseprozedere ewig, man lernt wieder zu schätzen, was ein grenzfreies Europa eigentlich bedeutet, nach einer Stunde sind wir durch, schnappen uns unser Gepäck und verlassen das Flughafengebäude, wir sind auf Tahiti!