Tahiti

Tahiti

Am Flughafen wartet schon unser Transfer und vom ersten Moment an empfinde ich die Polynesier als sehr freundliche und gelassene Menschen.

Wir versorgen uns noch mit Bargeld und schon sitzen wir im Auto zu unserer Unterkunft. Die Unterkünfte sind so geplant, dass wir auf Tahiti eine eher einfache Pension bewohnen, auf Moorea dann bei einer Lodge in den Bergen unterkommen und auf Bora Bora dann in einem Ressort im Luxus schwelgen.Es ist immer noch vor 8 Uhr am Morgen und schon sehr schwül und heiss.

Es führt die Küstenstrasse durch kleine Orte entlang zu unserer Unterkunft. Einerseits fahren wir an den bekannten Luxusressorts vorbei, andererseits aber stehen nur Meter weiter Wellblechhütten, und Müll wird einfach auf die Straße geworfen. So einfach ausblenden kann und will ich das auch nicht, aber andererseits denke ich mir auch, dass es ohne die ganze Tourismusindustrie noch weniger Arbeit und Geld gäbe und die Armut noch größer wäre. Ob ich damit mich selbst belüge weiss ich nicht, bis mir einer das Gegenteil beweist, glaub ich es einfach mal.

Die Unterkunft ist genau wie erwartet. Schlicht,  einfach und sauber. Vincent, der Betreiber, ist noch nicht da, so dass wir uns erst einmal auf die Terrasse unseres Zimmers setzen und erstaunt umschauen. Tahiti, Südsee, Hochzeitsreise. Monate darauf gewartet, jetzt geht es dann wirklich los. Eine Dame kommt, die Formalitäten werden erledigt und wieder einmal kann ich von großem Glück reden, dass das Französisch der besseren Hälfte so gut ist, dass sie direkt umschalten kann und mit der Dame auf französisch weitere Aktivitäten klären kann.

Im Zimmer kommen wir zu dem Schluss, dass wir versuchen so lange wie möglich nicht zu schlafen, um schnellstmöglich in den „normalen Tag und Nacht“ -Rhythmus zu kommen. Also direkt Aktion.

Wir schnappen uns Schnorchel, Maske und Flossen und gehen zum Strand. Die in der Pensionsbeschreibung angegebenen 100m entsprechen den Tatsachen und schon stehen wir am Strand. Mit den oft auf Bildern gesehenen schneeweißen Sandstränden hat es allerdings nur das glasklare Wasser gemein, ist doch Tahiti – wie auch unsere Hochzeitsinsel – vulkanischen Ursprungs und daher ist der Sand eher dunkel eingefärbt. Rein ins Wasser. Ich gebe zu, dass ich in der Hinsicht etwas kompliziert bin, denn rumschwimmen in kaltem Wasser ist so gar nicht meine Angelegenheit. Hier jedoch kann ich mich seit sehr langer Zeit wieder ins Wasser stürzen ohne direkt zu frieren. Herrlich. Das von der Pension geliehene Schnorchelequipment ist nur so mittelgut, aber wir können zumindest unsere ersten Fische in freier Wildbahn sehen.

Kurz zurück zur Pension, duschen und dann mal im Ort nach einem Supermarkt schauen. Auch das ist schnell erledigt. Danach überkommt mich die große Müdigkeit! Wir planen uns nur kurz für eine halbe Stunde hin zu legen, 3h später wache ich auf und laufe rum wie ein Zombie.

Zum Abendessen schleppen wir uns in den Ort, direkt danach gehen jedoch bei mir die Lichter aus und gegen 20Uhr am Abend falle ich ins Bett. Nachts wache ich mehrfach auf und um 4.30Uhr ist die Nacht endgültig vorbei.

Was lesen, was schreiben, so vertreibe ich mir die Zeit bis auch die bessere Hälfte wach ist und es dann zum Frühstück geht welches wie erwartet nicht üppig, aber in Ordnung ist.

Papeete Wir fahren mit dem öffentlichen Bus nach Papeete. Nur für diese eine Tour einen Mietwagen zu nehmen erscheint uns ein wenig übertrieben und wenn man genug Zeit hat, kann man sich schon einmal darauf einlassen. Eine Bushaltestelle ist fast direkt vor unserer Tür. Dort hängt allerdings kein Plan oder ähnliches, der uns sagen könnte, wann der Bus fährt. Man setzt sich hin und wartet. Jemanden zu fragen macht lt. Reiseführer auch keinen Sinn, bekommt man doch grundsätzlich eine positive Antwort „Jetzt gleich“ „Bald“ oder ähnliches. Optimistische Höflichkeitslüge könnte man es vielleicht nennen.

Unser Bus kommt jedoch nach kurzen 5min, wir steigen ein und sind die einzigen Touris inmitten von Polynesiern. Die Ansage unseres Vermieter, man würde beim Aussteigen bezahlen kommt uns mittlerweile eigenartig vor, bezahlt doch jeder sein Ticket direkt beim Fahrer, aber die fröhliche Musik verdrängt jeden Gedanken an polynesischen Knast und nach 20min steigen wir in Papeete aus. Fürs Charma und Gewissen bezahlen wir selbstverständlich noch beim Aussteigen.

Papeete selber ist ein Nest. Der Markt stellt einen Mittelpunkt dar und befindet sich – wie auch in Malaga, an den er mich erinnert, in Hallen, wo so ziemlich alles angeboten wird.

Das Rathaus ist recht hübsch, Notre Dame teilt mit der Pariser Kathedrale nur den Namen und bald haben wir auch schon alles gesehen.

Das polynesische Parlament ist sehr offen gestaltet und ehe wir uns versehen, werden wir rein gebeten und schauen uns um. Man ist schnell durch mit Papeete, ist es doch nicht größer als ein Stadtteil von Köln, daher geht es noch kurz zur Post – wo wir ewig anstehen, manche Dinge sind wohl weltweit gleich – und wir fahren mit dem Bus zurück. In der Pension verbringen wir den Resttag mit lesen und Podcast hören am Pool und gehen noch einmal zum Strand, den Sonnenuntergang anschauen.

Abends geht es dann zu einer Roulotte, was einer Art mobile Garküche ist. Salzige und Süße Crêpes wirken im ersten Moment skurril, angesichts der engen Beziehung zu Frankreich dann aber doch nicht so überraschend. Gut war es und es geht in die nächste Jetlagnacht, in der ich schon weniger oft aufwache und zumindest bis 5Uhr schlafe.

Am 3. Tag geht es auf Safari. In einer Kleingruppe mit 7 Personen und einem Guide geht es über die Insel und durchs Gebirge.

Tahiti bietet wirklich abseits der Ortschaften wunderschöne Landschaften und Natur. Der Guide ist klasse, erklärt uns viele Pflanzen und Bäume, steuert den Jeep grandios über die Piste, über die ich mich kaum mit einem Moutainbike trauen würde, und hat wirklich die Mission uns seine Heimat näher zu bringen. Wer hier ist, sollte definitiv eine solche Tour machen.

Nach etwas mehr als 7h sind wir wieder daheim und bei Crêpes und Bier steigt dann auch langsam die Vorfreude auf Moorea, welches das nächste Ziel am nächsten Tag sein sollte.

Morgens also den Koffer gepackt und auf den Transfert zum Flughafen gewartet. Dankenswerterweise durften wir noch auf unserer Terrasse warten und bald kam auch schon unser Taxi. Am Flughafen dann gibt es erste Überlegungen zum Projekt „links sitzen“, welches die bessere Hälfte schon seit geraumer Zeit beschäftigt. In div. Foren und sogar in unserem Reiseführer wird den Bora Bora-Reisenden empfohlen, unbedingt auf der linken Seite im Flieger zu sitzen, da man dort die deutlich hübschere Aussicht habe.

Da der Flieger von Tahiti über Moorea nach Bora Bora geht, können wir also schon einmal die Platzsituation vorsichtig sondieren und was wir sehen gefällt der besseren Hälfte. Abflug Tahiti und nach kurzen 15min Flug sind wir auf Moorea.

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