Moorea

Wir treten aus dem Flughafengebäude und wie gewohnt ist es schwülwarm. Unsereins braucht wohl länger um sich an dieses feuchtwarme Klima zu gewöhnen. Unser Transfer verspätet sich ein wenig, so dass uns genug Zeit bleibt, die Reisenden nach Bora Bora beim Einsteigen in die Maschine zu beobachten. Man erinnere sich an „Projekt linke Seite“ Ich stufe das ganze als problemlos machbar ein. Unser Transfert ist da und wir laden unser Gepäck bei Florence ein, einem Mädels etwa in unserem Alter. Moorea ist auf den ersten Eindruck noch grüner, noch entspannter und noch freundlicher. Weniger Verkehr, weniger Menschen und mehr Natur. Im Laufe des Aufenthalts erfahren wir, dass auf Moorea für 17000 Menschen 11 Polizisten zuständig sind. Bei Gelegenheit werde ich mal die Zahlen für Köln nachsehen und schauen ob wir da ebenso friedfertig sind. Florence fährt mit uns die Küstenstrasse entlang zu der Pension, die etwas weiter am Berg gelegen ist, und von ihr und ihrem brasilianischen Mann Alex betrieben wird. Auf dem Weg dorthin fahren wir an verschiedenen Obst- und Gemüsegärten vorbei und sind am Ende einer steinigen Piste da. 6 Bungalows rund um einem Pool auf weitläufigem Gelände. Und als wir unseren Bungalow betreten wird auch unser Problem mehr als deutlich. Die Süße hat ein kleines Problem mit Geckos. Eher schon ein großes Problem, denn sie eckelt sich unfassbar vor diesen Tieren. Die Bungalows sind nach oben in jedem Raum offen und als wir ihn betreten sitzen auch schon 2 dieser kleinen flinken Viecher an der Wand. Die gefühlten Millionen Mücken, die mir in kürzester Zeit Stiche im deutlich 2stelligem Bereich zufügen, regen mich schon nicht mehr auf, aber dass die bessere Hälfte kopfschüttelnd und unter klitzekleinen Tränchen meint, hier können Sie kein Auge zumachen, macht die Situation dann doch etwas schwierig. Als dann 2 weitere Geckos über die Zimmerwand flitzen und uns das Gefühl vermitteln, dies wäre ihr Bungalow und den wollen sie nicht kampflos abgeben, steht der Entschluss und so unangenehm es uns ist, wir müssen Florence uns Alex mitteilen, dass wir nicht bleiben können. Sie haben Verständnis und erzählen uns sogar, dass sie schon geplant hatten die Bungalows „dicht“ zu machen, dass dies in naher Zukunft passieren würde, aber uns jetzt natürlich nichts bringen würde. Von ihnen kommt der Vorschlag, dass wir uns eine andere Unterkunft des Besitzers anschauen könnten, Florence telefoniert ein wenig rum, wir plaudern mit Alex, der sogar schon einmal in Köln gewesen war und bald schon sitzen wir wieder im Auto und werden zur Strandunterkunft gebracht. Dort treffen wir Florences Kollegen, der uns zu einer ziemlich abgerockten Unterkunft bringt. Um es zu verkürzen, das Ding geht auch nicht und trotz ihrer Gutmütigkeit ist deren Geduld verständlicherweise auch mal zu Ende und Florences Kollege lädt uns in seinen Pick Up und bietet uns an uns beim nächsten Ressort ab zu setzen, dann wäre es aber auch gut. Einverstanden und 5min später fahren wir beim nächsten Ressort vor. Die Rezeptionistin ist ob des Bildes, das sich ihr bietet etwas erstaunt, 2 Touris – mittlerweile von der Odyssee ein wenig gezeichnet – die vom Pick Up eines Einheimischen springen der sich umgehend wieder aus dem Staub macht. Wir haben Glück und es ist noch etwas für uns frei und obwohl es eigentlich das für Moorea vorgesehene Budget übersteigt wird nicht nachgedacht, man ist ja nur einmal auf Hochzeitsreise. Der Strandbungalow ist dann auch völlig zu unserer Zufriedenheit und wir verbringen die folgenden 3 Tage auf Moorea mit lesen, schnorcheln, Kajak fahren und in der Sonne liegen.

An einem Tag machen wir wieder eine Safari, die zwar nur 4h lang ist, aber dafür uns von einigen Aussichtspunkten einen unvorstellbar schönen Blick auf die Opunohu Bucht und Cooks Bay gewährt. Ananasplantagen werden besucht und wir können alte polynesische Tempel ansehen. Ebenfalls sehr empfehlenswert, wobei wir uns am Ende ein wenig wie auf einer Kaffeefahrt vorkommen, kehrt man doch bei einer dieser schwarzen Perlen-Verkäufern ein.   Abends essen wir jeweils wieder bei einem Roulotte außerhalb des Hotels, welches als Motto zu haben scheint „Qualität ist schön, Quantität ist wichtig“!

Die abendlichen Folkloreshow ignorieren wir insofern, als das wir uns aus sicherer Entfernung das Spiel anschauen. Dass Touris dabei mitmachen und schlecht imitierend rumtanzen, hinterlässt mich immer leicht fassungslos.

Die 3 Tage vergehen wie im Flug und schon sitzen wir wieder im Transfert zum Flughafen. Wir sind früh genug da, müssen unser Gepäck nochmal ein wenig umsortieren, da der Koffer mit 26kg dann doch zu schwer ist, und warten lesend. Der Moment, auf den die bessere Hälfte schon lange wartet, kommt. Der Flug wird aufgerufen. Unser Platz auf der Bank ist dem Platz wo sich die Schlange bildet am Nähesten – Vorbereitung ist alles – und so können wir trotz unserer enormen Geschwindigkeit noch lässig schlendernd wirken und stehen zum Boarding in der ersten Reihe. Die bessere Hälfte ist glücklich und ist Sie glücklich, bin ich es auch.

Als wir in der 3 . Reihe Platz nehmen, machen uns lediglich die Wolken sorgen. Kann man bei diesen Wolken Bora Bora überhaupt vom Flieger aus sehen? Aber dies soll in der nächsten Stunde nicht unser größtes Problem sein. Der Flug durch die Wolken ist vorsichtig ausgedrückt etwas unentspannt. Die bessere Hälfte fliegt viel und ist in der Hinsicht eigentlich robust und nicht leicht zu schocken, aber die kleine Maschine, ordentlich durchgerüttelt, ist dann doch nicht so ihr Ding.

Man sieht förmlich wie ihr langsam, aber stetig die Gesichtsfarbe abhanden kommt. Ich bin auch alles andere als glücklich, bekomme Schweißattacken, muss das Lesen einstellen und schaue immer wieder auf die Uhr, wie lange der Flug denn wohl noch geht. Meine Versuche die bessere Hälfte mit Gesprächen abzulenken laufen ins Leere, sie reagiert nicht mehr so richtig… Wir landen für einen Zwischenstopp und die Süße meint, dies sei der schlimmste Flug ihres Lebens und wenn es so weiter ginge, würde die Tüte, die im Sitz vor ihr in der Lehne steckt, noch vollgebrochen werden.

Das will nun wirlich niemand. Bei mir reicht ein Schluck Wasser, um mich wieder in die Spur zu bringen. Bei ihr werden alle Geschütze aufgefahren. Wasser trinken, Übelkeitspillen nehmen und Kaugummi kauen. 15min später geht es wieder in die Luft und wir haben Glück, dass der Weiterflug nur etwa 15min dauert, so dass wir nicht in die wirklich dicken oberen Wolkenschichten kommen. Leider verhindern aber auch die kleineren Wolken die tiefer und somit auf unserer Flughöhe hängen einen schönen Ausblick… Aber wir haben es zumindest versucht. Als wir den Flieger verlassen, warten dort schon Angestellte von den einzelnen Hotels, man wird mit Blumenkränzen behangen und zum Shuttleboot gebracht.
Wir sind auf Bora Bora angekommen.

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