Bora Bora 1.0

Hier auf Bora Bora wollten wir 4 Tage einfach nur entspannen und faulenzen.

Das 4 Seasons ist mit Sicherheit nicht die günstigste Adresse, aber wir hatten ja schon früh gebucht, ein besonderes Angebot wahrgenommen und wenn nicht zur Hochzeitsreise, wann sonst gönnt man sich einen solchen Luxus?
Von den 6 verschiedenen Over Water Bungalows hatten wir uns für die mittlere Variante entschieden, insbesondere der wunderschöne Blick auf den Berg war da für die bessere Hälfte der ausschlaggebende Punkt.

Wir sind die Einzigen im Shuttleboot, es werden gekühlte Handtücher und Getränke gereicht, ein Vorgeschmack darauf, was uns in den kommenden Tagen erwarten wird.
Begrüßungscocktail und eine kleine Führung, so dass man weiss wo sich was befindet. Man wird wirklich alle paar Sekunden gegrüßt und angelächelt. Was mir unter anderen Umständen suspekt erscheinen würde, wirkt hier jedoch völlig normal und natürlich. Die bessere Hälfte murmelt etwas von „Paradies“, lediglich die Wolken stören, aber so bleibt dann auch noch was Luft nach oben.

Wir beziehen unseren Bungalow der in jeglicher Hinsicht geschmackvoll eingerichtet ist und für die nächsten 4 Tage unser zu Hause sein soll. Bad mit Blick auf den Berg genommen, den Champagner getrunken, der uns zur Begrüßung hingestellt wurde, es fängt gut an auf Bora Bora und kann nach meinem Geschmack die nächsten Tage so weiter gehen.

Wir sitzen vor dem Abendessen auf der Terrasse, genießen den Ausblick, trinken ein Bier und freuen uns einfach, als wir unseren neuen Mitbewohner kennenlernen. Ein etwa 4cm großer, fetter schwarzer Käfer läuft über die Terrasse und ist dabei verdammt schnell. Wie bei der Geschichte vom Hasen und Igel verschwindet er unter einem Brett, um nur Sekunden später wieder woanders aufzutauchen. Das hatten wir uns anders erhofft… Ich erwische ihn mit einem gezielten Wisch einer meiner Flip Flops und er landet im Meer. Da die bessere Hälfte kurz rein ist, muss ich mir selber auf die Schulter klopfen, lasse mich auf meinen Stuhl fallen und sehe wie mir – auf dem schwarzen Buchcover des Buches der besseren Hälfte sitzend – ein baugleiches schwarzes Käfermodell entgegengrinst. Aus dem Inneren des Bungalows höre ich ein lautes Fluchen. Ich muss sagen, dass ich es recht entzückend finde, wenn so völlig unerwartet solche Flüche von einem so zarten Geschöpfe rausgehauen werden. 🙂

Auf der Toilette wurde ein weiteres Beetlemodell gesichtet und so langsam schlägt die Stimmung um.

Klar ist man in den Tropen, klar gibt es hier mehr und andere Viecher als bei uns. Aber weder bei tripadvisor noch anderen Bewertungsportalen hatten wir etwas von einem Käferproblem beim 4 Seasons gelesen!?

Wir beschließen erst einmal zu Abend zu essen und dabei auf dem Weg dorthin bei der Rezeption nach zu fragen, was wir denn vielleicht tun können, um die Tiere nicht zusätzlich anzuziehen. Die Dame dort ist sichtlich geschockt. Dies wäre absolut nicht üblich und Sie entschuldigt sich gefühlte 100 Mal. Während wir essen würde unser Bungalow nochmal grundgereinigt werden und speziell danach geschaut werden.
Klingt vernünftig, machen wir so und wir genießen unser Abendessen, was wirklich ausgesprochen gut war.

Zurück im Bungalow kommt es direkt zur nächsten und größeren Beetleskrise. Wir öffnen die Tür und einer kriecht fröhlich an der Wohnzimmer Wand lang, 2 weitere sitzen im Schlafzimmer über dem Bett an der Decke. Die bessere Hälfte ist sichtlich angespannt. Wenn nach einer Grundreinigung Minuten später die Viecher schon wieder fröhlich sich breit machen, wie soll es dann erst nach mehreren Stunden in der Nacht hier aussehen? Sie könne hier nicht schlafen und wir rufen erneut an der Rezeption an, die uns umgehend jemanden vorbei schicken. So hatten wir uns dann die erste Nacht im Luxusbungalow nicht vorgestellt.

Eine Chefhousekeepingdame mit Assistenten kommt vorbei, entschuldigt sich gefühlte 200 Mal und schaut sich die Bescherung an. Während die Süße die Situation erklärt und die Mitbewohner einzeln vorstellt, bittet die Madame sie doch von der Wand zurück zu treten, dort hatte sich ein weiterer Beetle eingefunden. Sehr gut, die Dame hält uns nicht für hysterisch, ihr angewiderte Gesichtsausdruck spricht eine eindeutige Sprache und sie bietet uns an, über Nacht in einen anderen Bungalow zu ziehen, morgen während wir den Landausflug machen, würde man dann den Bungalow grundreinigen und den Kammerjäger vorbei schicken, dann wäre alles in Ordnung.

Wir sind mittlerweile auch ein wenig müde und stimmen natürlich zu. Der „neue“ Bungalow liegt direkt auf der anderen Seite des Steges und ist somit maximal 50m entfernt, der soll jetzt beetlefrei sein???
Ist er und wir schlafen ganz wunderbar.

Am nächsten Morgen bei einem unfassbar guten Frühstück überlegen wir uns, wie es wohl weiter geht. Werden wir in unseren „alten“ Bungalow zurückgeschickt, wird man uns einen komplett anderen Bungalow geben? Werden wir gebeten in dem jetzigen zu bleiben, was für uns eigentlich nicht in Frage kommt, da die bessere Hälfte ja der Bergblick so wichtig ist.

Fragen über Fragen und auch überlegen wir, ob und wenn ja was sich wohl das 4 Seasons als Entschuldigung einfallen lässt. Immerhin hatten wir den Stress mitten in der Nacht umzuziehen, müssen ggf nochmal umziehen und den Damen am Vorabend war das alles schon sehr unangenehm. Wir kommen zu dem Schluss, dass ein Früchtekorb und eine weitere Flasche Champagner wahrscheinlich sind. Abendessen in einem der Restaurants oder ein upgrade auf einen der noch höherpreisigen Bungalows erscheint uns dann doch eher unwahrscheinlich.

Wir gehen zurück zu unserem „neuen“ Bungalow, um uns für den Landausflug umzuziehen als das Telefon klingelt und unser kompletter Aufenthalt auf den Kopf gestellt wird.

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