Mit den großen Jungs viel zu schnell unterwegs.

Gestern also die erste etwas bergige RTF.

Ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, ob ich bei den Jungs die RTF schon einmal mitgefahren bin… ich neige dazu zu sagen nein, sicher aber bin ich, dass ich noch nie da gestartet bin.

Mein Mitfahrer für RTF war mir abhanden gekommen – manchmal geht Familie ja doch vor – und so machte ich mich nach einer viel zu kurzen Nacht um 8 Uhr am Sonntagmorgen auf den Weg… Die Nacht war übrigens viel zu kurz, weil das Diensthandy der besseren Hälfte ab 5Uhr am Morgen komisch rumvibrierte, ich aber zwar schon wach aber noch nicht fit genug war es zu orten und im wahren und übertragenen Sinne des Wortes auszuschalten. Zum Glück gab es dann auch irgendwann Ruhe!!!

Der Wetterbericht versprach eigentlich nicht allzu gute Temperaturen, also hatte ich mich gedanklich schon auf mehrere Stoffschichten und Beinlinge eingestellt, warf meinen Plan allerdings über den Haufen, schien die Sonne doch viel zu schön und die Hoffnung auf bessere Temperaturen machten mich – der sonst immer mal gerne friert – übermütig. Funktionsunterhemd, kurzes Trikot mit Armlingen und langes Trikot und keine Beinlinge sollte meine mich selbst überraschende Wahl sein.

Ohne Frühstück aber mit reichlich Kaffee intus ging es los, 7km zum Start gerollt und keine 5min später war ich schon auf der Strecke.

Ohne es geplant zu haben war ich mit einer 6er Gruppe Vereinsfahrer unterwegs die von Anfang an ordentlich Druck auf den Pedalen hatten. Der ein oder andere Fahrer wurde eingesammelt, auf eine 2. Gruppe aufgeschlossen und es dauerte nicht lang, da rollten wir in einem Verbund mit ca. 30 Fahrern durch die Gegend. Gerne würde ich ja was dazu sagen wie schnell wir unterwegs waren, wie lange wir in diesem Verbund fuhren. Es hätte mich ja selber auch interessiert, aber mein Tacho liegt ja noch bei Polar 😦

Kurz vor K1 kam es dann zu einem kleine Zwischenfall als die eine Hälfte des Feldes links abbog, während die anderen gerne geradeaus weiter wollten. Zack lagen die ersten wie die Maikäfer auf dem Rücken, zum Glück war niemandem etwas passiert und alle konnten weiter. Mich bestärken solche Situationen aber immer wieder mich lieber im hinteren Bereich eines solchen Feldes aufzuhalten.

Bei K1 hatte ich nicht wirklich Lust mich aufzuhalten, rollte also direkt weiter, es ging unspektakulär auf kleinen Wirtschaftswegen hinaus Richtung Westen Richtung Voreifel

Nach etlichen Kilometer schloss die Gruppe wieder auf mich auf, dass alte Spiel ich hängt mich hinten ran und es sollte unspektakulär weitergehen. An K2 warf ich dann mal einen Blick aufs Telefon und die Strava App zeigte mir einen hohen 27er Schnitt an. Wir waren also flott unterwegs. Mir war durchaus klar, dass es jetzt in die ersten Anstiege gehen musste. Den Fehler mir vorher nochmal in Ruhe das Profil anzuschauen werde ich übrigens diese Saison hoffentlich nicht mehr machen 🙂

Als bei K2 auch nicht lange aufgehalten und schnell weiter. Mein Plan war es schlicht und einfach so viel Vorsprung wie möglich raus zu fahren, um ggf. wenigstens noch über den ersten Berg mit hinüber zu kommen. Der Erste Anstieg kam recht schnell, ich hing mich an einen anderen Fahrer dran und kurbelte  etwas schneller als ich es alleine machen würde hoch. Etwa nach 2/3 musste ich ihn ziehen lassen, legte das kleine Blatt auf und fand meinen Rhythmus… eine der Erkenntnisse des gestrigen Tages die mich sehr froh machten. Kleines Blatt, kleiner Gang, Rhythmus finden funktioniert bei längeren Anstiegen sehr gut. Natürlich sind das keine Alpenpässe, aber in Hinblick auf den Ötz eine Erkenntnis die nicht die Schlechteste ist.

Just als ich oben den Anstieg endlich geschafft hatte, kam von hinten die Büffelherde angestapft. Ich bog links der Ausschilderung folgend ab, während die Herde weiter geradeaus fuhr. Einzelne Rufe ließen mich zu dem Schluss kommen, dass sie es dann doch bemerkt hatten und die Frage der Schwarmintelligenz hatte ich für diesen Tag und mich selbst neu beantwortet.

In Wellen ging es weiter und ich musste schon wieder ordentlich reintreten, um an der Gruppe dran zu bleiben. Nach ein paar wenigen Kilometern kam es dann zu Strecktrennung. Die 118km links herum, die 158km rechts herum…

Ok, alles für den Ötz, also rechts rum. Unsere Gruppe spaltete sich auf und so ging es mit etwa 10 Anderen auf die lange Strecke. Für mich wenig überraschend befand ich mich nun in einer Gruppe mit den Fahrern, die eben auch schon das Tempo gemacht hatten und nun weniger Rücksicht auf die vermeintlich schwächeren Fahrer nehmen mussten / wollten. Ein paar Kilometer konnte ich mich noch ranhängen, in einer längeren Abfahr musste ich für meine schlechten Abfahrfähigkeiten büßen und die Gruppe ziehen lassen.

Also auf mich allein gestellt und etwa noch 75km to go.

Es folgten ein kürzerer und nochmal deutlich längerer und schwerer Anstieg bei dem am Höhepunkt dann auch K3 eingerichtet war.

Bisher kaum etwas gegessen fiel ich dann über die salzigen Tuc Kekse her, wollte einen Blick auf Strava werfen um festzustellen, dass mein Androide abgestürzt war, ich also keinerlei Aufzeichnungen von der Tour habe. Kurzer Wutanfall, dann aber darauf besonnen, dass ich meine allerletzten Körner doch besser aufspare um zu treten.

Nach diesem langen Anstieg ging es dann erst einmal längere Zeit tendenziell bergab, eine kleine Gegenstiche und wunderschöne Landschaft vermochten mich ein wenig abzulenken, aber ehrlich gesagt war ich schon ziemlich platt. Das Schild Köln 53km freute mich sehr, der Umweg den wir noch zu fahren hatten weniger.

Bei kurz nach K4 überholte mich eine 4er Gruppe an die ich mich erneut hängte, lange konnte ich aber auch da nicht mehr mithalten und auf ähnlichen Wirtschaftswegen wie am Morgen gondelte ich Richtung Köln zurück. Tempo machen ging eh nicht mehr, also vertrieb ich mir die Zeit ein wenig mit Podcasts zur Re:publica, traf an K5 noch einen alten Bekannte – der übrigens mal als Mechaniker beim berühmten Karl Heinz Kunde arbeitete (wer den nicht kennt unbedingt googlen) – und war fix und alle als ich dann endlich zu Hause ankam. Den Weg zum Ziel habe ich mir dann auch gespart. Die 4km Umweg mussten wirklich nicht mehr sein.

Eigentlich ein schöner Tag auf dem Rad.

Gut organisierte RTF, Details wie auch das Streckenprofil könnt ihr beim RSV Lövenich einsehen. http://www.rsv-viktoria-loevenich.de/

Lehre aus dem Tag für mich, Frühstück nicht mehr ausfallen lassen und deutlich mehr trinken, hab ich doch im Laufe des Tages 4kg (!) Gewicht verloren.

Am Anfang vielleicht nicht zu sehr mit den großen Jungs Gas geben, dann brech ich hintenraus auch nicht so ein.

Außerdem werde ich mal schauen, ob ich beim nächsten Mal noch die alte Digicam mitnehme um das ein oder andere Photo zu schießen, um den Bericht noch etwas anschaulicher zu gestalten. Normalerweise ist das mit dem Nexus ja kein Problem, macht es doch ganz brauchbare Bilder. Allerdings war ich so auf stromsparmodus getrimmt, strava sollte ja ein paar Stunden durchhalten, dass ich dies einfach versäumt habt.

Fürs Trainingstagebuch

165km

1600HM

7:00 brutto unterwegs

PS: Bitte um Entschuldigung wg. der komischen Formatierung und der etwas kuriosen Platzierung der Bilder zu Beginn. Die Posterous Weiterleitungshölle hatte mich in ihrem grausamen Griff… werde es in Zukunft ander handhaben.

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5 Gedanken zu “Mit den großen Jungs viel zu schnell unterwegs.

  1. Aus dem Posterous-Beitrag: „Ok, alles für den Ötz (wer den Post mit diesem Motto in einem anderen Blog findet bekommt einen Preis!!!)“

    War dieser Post hier gemeint? 😉

    Schöner Bericht. Schade, dass das Handy abgestürzt ist.

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