Rückschau Rund um Köln XXL

Da ja schon auf anderen Seiten im Netz ein kleiner Bericht stand hier die XXL Version, etwas länger und mehr auf mich bezogen…

Letztes Jahr hatten wir ja das Vergnügen für Enrico und das Team Muax starten zu dürfen. Wer Enrico nicht kennt, dem sei seine launige, aber immer informative und launige Sendung empfohlen (www.muax.de).

Leider war unsere Gleichung „gutes Wetter = gute Leistung“ nicht aufgegangen, Sturzpech und platte Reifen machten es uns nicht möglich, Kathrin unter die Top Ten zu fahren, was unser erklärtes Ziel war.

Aber immerhin konnten wir Cheffe Enrico von unserem Kampfgeist überzeugen, und so folgten wir gerne seiner Einladung zum „Team Muax – die zweite Chance“.

In diesem Jahr also bei deutlich schlechterem Wetter, versuchten wir erneut unser Glück. Ziel erneut, unsere Kapitänin Kathrin in die Top Ten zu fahren.Ordentlich Grundlage hatte sie in ihrem Trainingslager auf Malle gelegt.

Meine Vorbereitung lief bis zu einem gewissen Punkt auch sehr gut. Mein „Daheim Trainingslager“ hatte eine ordentliche Grundlage gelegt, bis ich dann von einem Infekt ausgebremst wurde und in der Phase wo ich eigentlich mit ein paar harten Einheiten mir Tempohärte verschaffen wollte, das Rad gar nicht anfassen konnte. Aber klagen nützt nix, man nimmt es als Hobbyfahrer ja wie es kommt.

Der Wetterbericht dämpfte die Vorfreude nur wenig, und so ging es dann auf die Strecke. Am Start war so ziemlich der letzte Moment, in dem ich mich trocken fühlte, ab da gab es nur den Unterschied zwischen nass und total nass 🙂

Durch unseren VIP-Status konnten wir das Rennen gut beginnen, und hatten zu Beginn nur einen Fahrer verloren. Sich am Anfang aus dem schlimmsten Gewühl heraushalten zu können ist wirklich Gold wert.

 An der Mühlheimer Brücke wurden wir durch einen Sturz und dem daraus resultierenden Stau auf zwei Gruppen verteilt. Ich konnte jedoch auf Kathrin, Enrico und Joachim wieder aufschließen, was ein ordetlicher Kampf war. Man konnte Enrico immer durch seine Körpergröße und den pinken Helm gut in der Ferne erkennen, aber um mich ca 50m durch ein Feld zu kämpfen fehlte mir einfach die Kraft. Im Prinzip fuhr ich die ganze Zeit komplett am Limit.

Langsam kämpfete ich mich Meter um Meter ran. Mir war klar, dass ich es zumindest bis zum ersten Hügel geschafft haben müsste, denn dann würde es für mich nur schwerer werden, schätze ich die beiden am Berg doch deutlich stärker ein.

So ganz blieben wir auch in diesem Jahr von Pannen nicht verschont. Ein paar wenige Momente nachdem ich es geschafft hatte, zu den beiden aufzuschließen wurde Cheffe Enrico selbst von einer Scherbe gestoppt und musste sein Team auf der Altenburger Dom-Straße ziehen lassen.

Der Schlauchwechsel gestaltete sich schwierig, das Ventil verkantete… So war Roland derjenige, der von Enricos Panne profitierte: Er traf seinen Cheffe wieder, der ihn dann als Edelhelfer durch das gesamte Rennen begleitete.

Joachim befand sich in dieser Gruppe weiter vorne, ich konnte Kathrin eine zeitlang begleiten, merkte dann aber langsam aber sicher, dass mich die lange Fahrt im absolut roten Bereich Körner gekostet hatte. Ich ließ mich etwas zurückfallen und konnte aus der letzten Position der Gruppe sehen, wie sich unsere Kapitänin geschickt im Feld versteckte, und kräftesparend in den neuen Anstieg nach Bechen hochfuhr. Ebenfalls konnte ich erkennen, wie sie langsam auf Joachm auffuhr, wusste Sie also in guten Händen.

An diesem – wie ich finde – deutlich schwereren Weg hoch zum „Esel“ musste ich dann erkennen, dass Kathrin am heutigen Tag deutlich stärker war und auch die paar Minuten ausruhen am Ende der Gruppe mir nicht genug Kraft gaben, um an die beiden heran zu fahren. Ich ließ also abreißen und schaute, dass ich in meinem Tempo hochfuhr. 

In der Abfahrt von Bechen runter stellte ich fest, dass die schlimmsten Spurrillen und Straßenlöcher mit roten Kreisen markiert waren. Effektiv, einfach und trotzdem eine große Hilfe. Vor der Abfahrt hatte ich ein wenig Platz gelassen, wusste ich doch, dass ich in der Abfahrt das Loch problemlos zurollen werde und wollte jeglichem Risiko aus dem Weg gehen.

Auf dem Weg nach Sand konnte ich in einer Gruppe um Gerald Cioleks Vater kurz Kraft sammeln, um dann flüssig die schwersten 600 Meter des Rennens hoch zu kurbeln. In diesem Anstieg schloss auch Dirk wieder zu mir auf, verabschiedete sich aber umgehend nach vorne; seine Form war einfach besser. Oben angekommen, konnte ich sogar noch jemanden aufmuntern, der wohl mit dem Anstieg, dem Wetter und auch sonst einigen Dingen in Puncto radfahren haderte, gemeinsam mit ihm ging es dann zum Bensberger Schloss.

Übrigen merkte man sowohl in Sand als auch im sich anschließenden Anstieg zum Bensberger Schloss nicht, dass das Wetter in diesem Jahr schlechter war als in den Jahren zuvor: Jeder wurde gleichermaßen angefeuert.

Auf dem berühmtesten Kopfsteinpflaster-Stück des Bergischen Lands konnte ich dann gerade noch einem Fahrer ausweichen, der ausklingte und sein Velo hoch schob.

In den beiden darauffolgenden Abfahrten konnte ich zuerst gut mit einer Gruppe zusammenarbeiten. 7-8 Fahrer stark fuhren wir in recht ansprechendem Tempo, wurden allerdings kurz vor der Schmitze Bud von einer extrem schnellen 130er Gruppe die an uns vorbeischoss durcheinandergebracht. Einige schlossen sich an, ich packte nicht ganz den Anschluss so dass ich mich mit einem netten Radler-Kollegen aus dem Münsterland alleine urplötzlich alleine auf den letzten km befand. Da die Strecke ja nicht mehr wirklich anspruchsvoll ist. Vor und hinter uns keine Gruppe in sicht war plauderten wir kurz und ich konnte ihm mit Windschatten und Streckenkenntnissen dienen und ihn sicher ins Ziel bringen. Seine Einladung zum Münsterland Giro musste ich leider – zumindest für dieses Jahr – ausschlagen.

Am Ende waren alle aus dem Team glücklich und sicher im Ziel. Allergrößten Respekt vor Kathrins Leistung und Joachims Edelhelfer-Diensten. Unsere Kapitänin machte am Ende den siebten Platz, und wir haben damit unser selbstgestecktes Ziel erreicht. Enrico chauffierte Roland sicher ins Ziel, und auch Joachim und ich waren mit unseren Leistungen vollauf zufrieden.

Die Wetterbedingungen waren natürlich extrem. So schlimm habe ich es, abgesehen vielleicht von der Absage 2008 nicht erlebt. Man muss aber auch sagen, dass ich in diesem Jahr den Eindruck hatte, als wenn alle – gerade auch wg. der Wetterbedingungen – vorsichtiger fuhren. Abgesehen von dem Sturz zu Beginn, der meine Meinung nach eher auf unvernünftige Fahreweise zurückzuführen war, habe ich keinen (!) Sturz und auch kein Sturzopfer gesehen. Sehr erfreulich, insbesondere da der Punkt „in-Gruppe-fahren“ mir vorher ein wenig Sorge gemacht hatte.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor in FFM an den Start zu gehen, aber da ich gestern ungefähr zu den besten 25% gehörte, reizt es mich schon ein wenig, die Form nochmal ein wenig zu verbessern und zu schauen, was da möglich ist… vielleicht mach ich es ein wenig davon abhängig, ob ich eine MfG finde, fällt doch die traditionelle Mitfahrgelegenheit der letzten Jahre sehr wahrscheinlich aus…

Großen Dank nicht zuletzt an Arthur Tabat und seine Orga, die seit Jahren tolle Arbeit leisten. Die neue Gestaltung des Zielbereichs war wirklich sehr gelungen. Man hat eindeutig aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt.

Natürlichauch Dank an unseren Sponsor Schwalbe, der uns mit Material und Kleidung ausstattete.

Und zuletzt! Forza Muax!

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