Als Michael Douglas mir ein Buch schenkte…

Als ich bei einem der Menschen, denen ich so bei twitter folge das Wort Blogparade las, konnte ich ehrlich gesagt so überhaupt nichts damit anfangen.

Und da ich das – vorwiegend vom Radsport geprägte – Geschreibsel hier auch nicht unbedingt als waschechten Blog sehe, fühlte ich mich auch nicht direkt angesprochen. Aber nach Lektüre des verlinkten Artikels (Schicksalsromane) kam ich dann doch ein wenig ins grübeln, dachte nach an welchem Punkt mich Bücher sehr berührt hatten und welche Bücher ich wohl erwähnen würde… frei dem Motto “nachgedacht und mitgemacht” dann also mein Beitrag.

Das erste Buch, das mir einfiel, war schlicht und einfach eines dieser schwarzen Bände mit Alfred Hitchcock vorne drauf, welches von den Abenteuern von Justus, Peter und Bob erzählte. Dieses ist das erste Buch, welches ich noch in Erinnerung habe, das ich von einem Nicht-Familien-Mitglied geschenkt bekam, meinem damaligen Klassenlehrer Herr Rübenkamp.Dass er sehr unter diesem Namen leiden musste, liegt wohl auf der Hand, wurde er hinter seinem Rückendoch immer nur Rübe genannt. Zum Abschied der Grundschulzeit bekam jeder von ihm ein Band der Geschichten aus Rocky Beach und ich hatte sogar das Glück, Band 1 ab sofort im Regal stehen zu haben.

Das Buch fand ich so beeindruckend, dass ich jedes Mal wenn ich darin las, den Plastikeinband abnahm, damit ich diesen auch ja nicht verknicke, er Eselsohren kriegte oder sonst in irgendeiner Form verunstaltet wurde. Diesem einen Buch folgten weitere, wurden aber dann auch recht bald durch die wohl noch bekannteren gelben Europa Hörspielkassetten ersetzt.

Beeindruckend war dann, wie vor wenigen Jahren mal die Sprecher auf ihre erste Tour gingen und man damals im Kreis von fast Gleichaltrigen – die Spanne lag wohl bei +/- 10 Jahren – im Limelight saß und erstmals ein „Live Hörspiel“ der drei Fragezeichen hören konnte. Erwachsene Menschen die alle da saßen, immer mal wieder gerne mit geschlossenen Augen, sich wohl alle auf einer gemeinsamen Zeitreise befindend vom ersten Lesen eines der Bücher oder dem ersten Hören einer der gelben Kassetten bis zum Heute, wo die drei Fragezeichen immer noch von den gleichen, mittlerweile älteren Herren eingesprochen werden. 2 Stunden lang war alles Vergessen, was sonst wichtig oder auch unwichtig war.

Das 2. Buch, das mir einfiel, schenkte mir ein Freund. Zum damaligen Zeitpunkt – ich war gerade neu in Köln angekommen – gab es manche Dinge, die irgendwie nicht richtig rund liefen. Nichts wirklich Schlimmes oder Tragisches, aber anscheinend reichte es aus, diesen Freund zu veranlassen, mir dieses Buch zu schenken.

Der Inhalt des Buches ist kurz erzählt, Blödmann verhält sich doof und Freundin läuft ihm völlig zurecht weg, er versucht trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, Spaß zu haben, es gelingt ihm nur teilweise und an das Ende, muss ich gestehen, erinnere ich mich nicht mehr so genau. Was mich aber nachhaltig beeindruckte, war der Stil, in dem es geschrieben war, hatte ich etwas in dieser Art noch nicht gelesen. Hinzu kam, dass es für einen Oasis Fan kaum etwas Größeres geben kann, als wenn jedes Kapitel mit einem Oasis Song Titel als Überschrift beginnt. Das Buch war schnell durch, und als ich im Klappentext noch las, dass der Autor exakt am gleichen Tag im gleichen Jahr wie ich geboren war, da staunte ich nicht schlecht und hatte das, was man schon damals Popliteratur nannte, für mich entdeckt. Ob es ein Kracht, der sich ja jetzt bevorzugt beleidigt und auch verwirrt gibt, ein Nickel, Bessing oder Goetz war, ein Biller oder natürlich vor allen Dingen ein Stuckrad-Barre, vieles von dem, das sie veröffentlichten, habe ich damals gelesen. Ewig lange Zugfahrten wurden mir so verkürzt und ich wurde unterhalten.

Der Habitus des Ganzen wurde mir dann mit der Zeit ein wenig zu aufgesetzt, alles zu unbedeutend, schlicht belanglos. „Soloalbum“ aber hatte mich beim ersten Lesen nachhaltig beeindruckt. Genauso wie es mich übrigens ein paar Jahre später beim 2. Lesen enttäuscht hatte. Und ebenso wie es damals die 3. Fragezeichen bei einem Auftritt geschafft hatten mich in meiner Meinung über sie zu bestätigen, beschleunigte sich mein Abschied von der Popliteratur durch einen Auftritt. Diesmal bei der LitCologne lasen Stuckrad-Barre, Franz Dobler und Wiglaf Droste Texte von Jörg Fauser. Da ja Stuckrad-Barre in letzter Zeit gegen so manches, was man über ihn geschrieben hat, vorgeht, sag ich einfach mal die anderen waren deutlich besser.

Soloalbum schenkte mir übrigens Michael Douglas. Wir verloren uns über die Jahre aus den Augen, zumindest weiss ich, dass er heute in Berlin lebt und dort als Anwalt arbeitet.

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