Restlos begeistert vom Service der Firma Fizik!

Rund um Köln habe ich gut überlebt und verdaut, was man von meinem Sattel leider nicht behaupten kann…

Er war an 2 Stellen gebrochen und ich hatte mich ehrlich gesagt schon damit abgefunden, dass ich wohl mal neu investieren muss.

Nach 3 Jahren und ohne Kassenzettel erwartete ich natürlich keine Garantieerfüllung oder ähnliches, aber gerade bei Radsportzubehörfirmen habe ich eigentlich immer gute Erfahrungen gemacht, also mal schnell das eh gemachte Bild an Fizik geschickt und eigentlich überhaupt nichts erwartet.
Am nächsten Tag bekam ich eine Antwort, die eigentlich nur aus der Frage nach meiner Adresse bestand und der eher beiläufigen Bemerkung sie würden mir einen neuen Sattel schicken.

Ehrlich gesagt war ich ziemlich von den Socken.

Heute dann, nach deutlich weniger als 1 Woche hatte ich schon ein Paket.

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Auch Schwalbe hatte ja im vergangenen Jahr sich ähnlich kulant gezeigt und meine Ultremo umgehend getauscht. Aber diese waren nun auch mal gerade 1500km gerollt, beim Sattel hätte ich das ehrlich gesagt weniger erwartet.

Toller Service, Fizik hat es defintiv verstanden, wie man Kunden an sich bindet. Ob Lenkerband oder Sattel, die werden in Zukunft meine erste Anlaufstelle sein.

Nebenbei bemerkt, der neue Sattel ist mit 212gr vs 235gr auch nochmal deutlich leichter.

Das dies bei einem +90kg Mann so dermaßen überhaupt keinen Unterschied macht sei mal dahingestellt, aber mit einem solchen Denken kann man einem Radfahrer auch nicht beikommen…

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Und ganz zum Schluss, selbst der Katze gefällt der Karton

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Ein ganz ein schwarzer Tag…

Am vorgestrigen Freitag, war ich ja schon eine kleine Runde gerollt, die Beine fühlten sich ganz gut an, also sollte es gestern auf die Pommes Runde gehen.

Die Pommes Runde wurde von einem Bekannten erfunden. Er kam mit der Idee auf „Mensch ich hab Lust auf Pommes, lass uns mal nach Holland fahren“.

Gesagt getan. Hin und zurück sind es zusammen etwa 150km, die eher flach sind, auf dem Hinweg bläst einem meist ein Wind entgegen, der einem dann auf der 2. Hälfte sanft nach Hause drückt.

Da wir für den Abend zum Essen eingeladen waren, war mein Plan gegen 11:30 los zu fahren, 6h mit nem 25er Schnitt zu rollen und dann um 17.30 wieder daheim zu sein, genug Zeit um dann auch um 19 Uhr am Tisch zu sitzen.

Losgerollt und gut läufts. Nach ca. 40 km der erste platte Reifen. Wutanfall. Aber kann man nix machen, ein spitzer Stein hatte sich in die funkelniegelnagelneuen Schwalbes gebohrt. Natürlich nen Ersatzschlau dabei, also wechseln und weiter geht es. Beim Wechseln Wutausbruch Nr. 2 bekommen, denn meine Pumpe signalisierte mir, dass sie wirklich überhaupt keinen Bock hat mehr als 2 bar in den Reifen zu pumpen. 😦

Also gaaaannz vorsichtig weitergeeiert, hatte die Hoffnung im nächsten größeren Ort bei einem Fahrradhändler einen neuen Ersatzschlauch zu bekommen und ordentlich Druck nachzupumpen. Leider schaffte ich es nicht mehr bis zum nächsten Ort. Der mangelnde Druck führte schon bei einer kleinen Unebenheit zu einem Durchschlag und ich stand ohne Schlauch da.

Glück im Unglück, etwa 500 m entfernt war ein Baumarkt, ich rein, 2 Schläuche gekauft und weiter sollte es gehen. Doch wieder bekam ich mit der Pumpe keinen richtigen Druck drauf. Leider war ich zu blöd direkt da einen Pumpe zu kaufen, eierte also erstmal weiter.

Als ich dann vom wenigen Druck immer mehr genervt war, fragte ich nach etwa weiteren 10 km, einen älteren Herrn nach einen Baumarkt oder Fahrradladen. Der Herr nahm mich mit zu seiner Garage und wir versuchten mit einer eigenartig konstruierten Pumpe Druck in den Schlauch zu bekommen.

An Tagen wie diesen klappt sowas natürlich nicht, mit weniger Druck als zuvor konnte ich nicht wirklich weitefahren, verzweifelte an meiner Pumpe und als ich gerade anfangen wollte mir selbst gegenüber laut zu werden setzte zum Glück Regen ein, so dass dieser mich ein wenig beruhigte.

Ein anderer Radler stellte sich ebenfalls unter und oh Wunder, er hatte eine funktionierende Pumpe! Also Druck drauf und ab nach Hause, ich war fertig mit dem Tag…

15km weiter, an einer Landstraße machte es pfff und ich hatte den dritten Platten!!! Weit und breit Niemandsland, außer dem einzigen Puff vom Niederrhein auf dessen Parkplatz ich mal wieder den Schlauch wechselte. Ein paar km weiter zum nächsten Ort gerollt, und letztmalig die Hoffnung auf nen Baumarkt oder eine andere Möglichkeit noch eine Pumpe zu bekommen. Bei einer Tankstelle suchte ich Hilfe, der erste Schock kam dann, als ich auf der Uhr sah, dass es bereits 20 vor 7 war.

Baumarktwegbeschreibung bekommen und los. Kurz bevor ich aufs Rad steige, fragte mich ein Autofahrer ob ich ein Problem habe. Problem geschildert und der Vogel hat doch glatt so einen Ventilaufsatz, mit dem ich meinen Schlauch auch mit diesem Autoreifenpumpding füllen kann. Grandios, mein Retter!!! So nen Ding brauch ich, weiss jemand wie das heisst?

Also weiter nach Hause. Der Baumarkt hatte natürlich geschlossen, es setzte wieder Regen ein, ich war durch nen Schlenker völlig orientierungslos, fuhr abenteuerliche Strecken, die wohl teilweise eher für Crosser oder MTB geeignet waren.

Die ganze Zeit im Hinterkopf „bitte nicht noch einen“ denn dann hätte ich mich wirklich abholen lassen müssen. Wie auf rohen Eiern fuhr ich.

Es wurde langsam dunkel. Natürlich hatte ich keine Lichter dabei, mit so einer Aktion hatte ich wirklich nicht gerechnet. Zum Glück konnte ich die letzten 25 km weitgehend auf Radwegen rollen.

Am Ende war ich völlig fertig und am Ende um 21.30 Uhr zu Hause. 10h unterwegs von denen ich ich etwa 7,5h gerollt war, 175 km unterwegs und einen Tag für die Moral erlebt, den ich so aber ungern wiederholen würde. 3 Platten an einem Tag muss nicht wieder sein.

Posterous soooo oft downn

Ich mag die Umgebung hier ja und fand posterous toll. Aber in letzter Zeit ist der Laden einfach zu oft down… Insbesondere, da ja auch hier ein anderes Projekt geplant war, gilt es jetzt wohl doch, langsam aber sicher umzuziehen. 

Die 1 GB Beschränkung war mir bis gestern auch nicht so richtig bewusst. Frage ist jetzt was nun?

Tumblr oder wordpress… oder doch blogger.com?

Da ich ja viele andere google Dienste nutze, würde sich blogger anbieten, leider finde ich mich da immer weniger zurecht. Tumblr bietet nicht so richtig die Möglichkeit zu kommentieren, ohne das man einen Account hat – oder ich war zu blöd es zu finden.

Bleibt nur wordpress. Oder hat noch jemand eine Idee?

Rückschau Rund um Köln XXL

Da ja schon auf anderen Seiten im Netz ein kleiner Bericht stand hier die XXL Version, etwas länger und mehr auf mich bezogen…

Letztes Jahr hatten wir ja das Vergnügen für Enrico und das Team Muax starten zu dürfen. Wer Enrico nicht kennt, dem sei seine launige, aber immer informative und launige Sendung empfohlen (www.muax.de).

Leider war unsere Gleichung „gutes Wetter = gute Leistung“ nicht aufgegangen, Sturzpech und platte Reifen machten es uns nicht möglich, Kathrin unter die Top Ten zu fahren, was unser erklärtes Ziel war.

Aber immerhin konnten wir Cheffe Enrico von unserem Kampfgeist überzeugen, und so folgten wir gerne seiner Einladung zum „Team Muax – die zweite Chance“.

In diesem Jahr also bei deutlich schlechterem Wetter, versuchten wir erneut unser Glück. Ziel erneut, unsere Kapitänin Kathrin in die Top Ten zu fahren.Ordentlich Grundlage hatte sie in ihrem Trainingslager auf Malle gelegt.

Meine Vorbereitung lief bis zu einem gewissen Punkt auch sehr gut. Mein „Daheim Trainingslager“ hatte eine ordentliche Grundlage gelegt, bis ich dann von einem Infekt ausgebremst wurde und in der Phase wo ich eigentlich mit ein paar harten Einheiten mir Tempohärte verschaffen wollte, das Rad gar nicht anfassen konnte. Aber klagen nützt nix, man nimmt es als Hobbyfahrer ja wie es kommt.

Der Wetterbericht dämpfte die Vorfreude nur wenig, und so ging es dann auf die Strecke. Am Start war so ziemlich der letzte Moment, in dem ich mich trocken fühlte, ab da gab es nur den Unterschied zwischen nass und total nass 🙂

Durch unseren VIP-Status konnten wir das Rennen gut beginnen, und hatten zu Beginn nur einen Fahrer verloren. Sich am Anfang aus dem schlimmsten Gewühl heraushalten zu können ist wirklich Gold wert.

 An der Mühlheimer Brücke wurden wir durch einen Sturz und dem daraus resultierenden Stau auf zwei Gruppen verteilt. Ich konnte jedoch auf Kathrin, Enrico und Joachim wieder aufschließen, was ein ordetlicher Kampf war. Man konnte Enrico immer durch seine Körpergröße und den pinken Helm gut in der Ferne erkennen, aber um mich ca 50m durch ein Feld zu kämpfen fehlte mir einfach die Kraft. Im Prinzip fuhr ich die ganze Zeit komplett am Limit.

Langsam kämpfete ich mich Meter um Meter ran. Mir war klar, dass ich es zumindest bis zum ersten Hügel geschafft haben müsste, denn dann würde es für mich nur schwerer werden, schätze ich die beiden am Berg doch deutlich stärker ein.

So ganz blieben wir auch in diesem Jahr von Pannen nicht verschont. Ein paar wenige Momente nachdem ich es geschafft hatte, zu den beiden aufzuschließen wurde Cheffe Enrico selbst von einer Scherbe gestoppt und musste sein Team auf der Altenburger Dom-Straße ziehen lassen.

Der Schlauchwechsel gestaltete sich schwierig, das Ventil verkantete… So war Roland derjenige, der von Enricos Panne profitierte: Er traf seinen Cheffe wieder, der ihn dann als Edelhelfer durch das gesamte Rennen begleitete.

Joachim befand sich in dieser Gruppe weiter vorne, ich konnte Kathrin eine zeitlang begleiten, merkte dann aber langsam aber sicher, dass mich die lange Fahrt im absolut roten Bereich Körner gekostet hatte. Ich ließ mich etwas zurückfallen und konnte aus der letzten Position der Gruppe sehen, wie sich unsere Kapitänin geschickt im Feld versteckte, und kräftesparend in den neuen Anstieg nach Bechen hochfuhr. Ebenfalls konnte ich erkennen, wie sie langsam auf Joachm auffuhr, wusste Sie also in guten Händen.

An diesem – wie ich finde – deutlich schwereren Weg hoch zum „Esel“ musste ich dann erkennen, dass Kathrin am heutigen Tag deutlich stärker war und auch die paar Minuten ausruhen am Ende der Gruppe mir nicht genug Kraft gaben, um an die beiden heran zu fahren. Ich ließ also abreißen und schaute, dass ich in meinem Tempo hochfuhr. 

In der Abfahrt von Bechen runter stellte ich fest, dass die schlimmsten Spurrillen und Straßenlöcher mit roten Kreisen markiert waren. Effektiv, einfach und trotzdem eine große Hilfe. Vor der Abfahrt hatte ich ein wenig Platz gelassen, wusste ich doch, dass ich in der Abfahrt das Loch problemlos zurollen werde und wollte jeglichem Risiko aus dem Weg gehen.

Auf dem Weg nach Sand konnte ich in einer Gruppe um Gerald Cioleks Vater kurz Kraft sammeln, um dann flüssig die schwersten 600 Meter des Rennens hoch zu kurbeln. In diesem Anstieg schloss auch Dirk wieder zu mir auf, verabschiedete sich aber umgehend nach vorne; seine Form war einfach besser. Oben angekommen, konnte ich sogar noch jemanden aufmuntern, der wohl mit dem Anstieg, dem Wetter und auch sonst einigen Dingen in Puncto radfahren haderte, gemeinsam mit ihm ging es dann zum Bensberger Schloss.

Übrigen merkte man sowohl in Sand als auch im sich anschließenden Anstieg zum Bensberger Schloss nicht, dass das Wetter in diesem Jahr schlechter war als in den Jahren zuvor: Jeder wurde gleichermaßen angefeuert.

Auf dem berühmtesten Kopfsteinpflaster-Stück des Bergischen Lands konnte ich dann gerade noch einem Fahrer ausweichen, der ausklingte und sein Velo hoch schob.

In den beiden darauffolgenden Abfahrten konnte ich zuerst gut mit einer Gruppe zusammenarbeiten. 7-8 Fahrer stark fuhren wir in recht ansprechendem Tempo, wurden allerdings kurz vor der Schmitze Bud von einer extrem schnellen 130er Gruppe die an uns vorbeischoss durcheinandergebracht. Einige schlossen sich an, ich packte nicht ganz den Anschluss so dass ich mich mit einem netten Radler-Kollegen aus dem Münsterland alleine urplötzlich alleine auf den letzten km befand. Da die Strecke ja nicht mehr wirklich anspruchsvoll ist. Vor und hinter uns keine Gruppe in sicht war plauderten wir kurz und ich konnte ihm mit Windschatten und Streckenkenntnissen dienen und ihn sicher ins Ziel bringen. Seine Einladung zum Münsterland Giro musste ich leider – zumindest für dieses Jahr – ausschlagen.

Am Ende waren alle aus dem Team glücklich und sicher im Ziel. Allergrößten Respekt vor Kathrins Leistung und Joachims Edelhelfer-Diensten. Unsere Kapitänin machte am Ende den siebten Platz, und wir haben damit unser selbstgestecktes Ziel erreicht. Enrico chauffierte Roland sicher ins Ziel, und auch Joachim und ich waren mit unseren Leistungen vollauf zufrieden.

Die Wetterbedingungen waren natürlich extrem. So schlimm habe ich es, abgesehen vielleicht von der Absage 2008 nicht erlebt. Man muss aber auch sagen, dass ich in diesem Jahr den Eindruck hatte, als wenn alle – gerade auch wg. der Wetterbedingungen – vorsichtiger fuhren. Abgesehen von dem Sturz zu Beginn, der meine Meinung nach eher auf unvernünftige Fahreweise zurückzuführen war, habe ich keinen (!) Sturz und auch kein Sturzopfer gesehen. Sehr erfreulich, insbesondere da der Punkt „in-Gruppe-fahren“ mir vorher ein wenig Sorge gemacht hatte.

Eigentlich hatte ich ja nicht vor in FFM an den Start zu gehen, aber da ich gestern ungefähr zu den besten 25% gehörte, reizt es mich schon ein wenig, die Form nochmal ein wenig zu verbessern und zu schauen, was da möglich ist… vielleicht mach ich es ein wenig davon abhängig, ob ich eine MfG finde, fällt doch die traditionelle Mitfahrgelegenheit der letzten Jahre sehr wahrscheinlich aus…

Großen Dank nicht zuletzt an Arthur Tabat und seine Orga, die seit Jahren tolle Arbeit leisten. Die neue Gestaltung des Zielbereichs war wirklich sehr gelungen. Man hat eindeutig aus den Fehlern der letzten Jahre gelernt.

Natürlichauch Dank an unseren Sponsor Schwalbe, der uns mit Material und Kleidung ausstattete.

Und zuletzt! Forza Muax!

Als Michael Douglas mir ein Buch schenkte…

Als ich bei einem der Menschen, denen ich so bei twitter folge das Wort Blogparade las, konnte ich ehrlich gesagt so überhaupt nichts damit anfangen.

Und da ich das – vorwiegend vom Radsport geprägte – Geschreibsel hier auch nicht unbedingt als waschechten Blog sehe, fühlte ich mich auch nicht direkt angesprochen. Aber nach Lektüre des verlinkten Artikels (Schicksalsromane) kam ich dann doch ein wenig ins grübeln, dachte nach an welchem Punkt mich Bücher sehr berührt hatten und welche Bücher ich wohl erwähnen würde… frei dem Motto “nachgedacht und mitgemacht” dann also mein Beitrag.

Das erste Buch, das mir einfiel, war schlicht und einfach eines dieser schwarzen Bände mit Alfred Hitchcock vorne drauf, welches von den Abenteuern von Justus, Peter und Bob erzählte. Dieses ist das erste Buch, welches ich noch in Erinnerung habe, das ich von einem Nicht-Familien-Mitglied geschenkt bekam, meinem damaligen Klassenlehrer Herr Rübenkamp.Dass er sehr unter diesem Namen leiden musste, liegt wohl auf der Hand, wurde er hinter seinem Rückendoch immer nur Rübe genannt. Zum Abschied der Grundschulzeit bekam jeder von ihm ein Band der Geschichten aus Rocky Beach und ich hatte sogar das Glück, Band 1 ab sofort im Regal stehen zu haben.

Das Buch fand ich so beeindruckend, dass ich jedes Mal wenn ich darin las, den Plastikeinband abnahm, damit ich diesen auch ja nicht verknicke, er Eselsohren kriegte oder sonst in irgendeiner Form verunstaltet wurde. Diesem einen Buch folgten weitere, wurden aber dann auch recht bald durch die wohl noch bekannteren gelben Europa Hörspielkassetten ersetzt.

Beeindruckend war dann, wie vor wenigen Jahren mal die Sprecher auf ihre erste Tour gingen und man damals im Kreis von fast Gleichaltrigen – die Spanne lag wohl bei +/- 10 Jahren – im Limelight saß und erstmals ein „Live Hörspiel“ der drei Fragezeichen hören konnte. Erwachsene Menschen die alle da saßen, immer mal wieder gerne mit geschlossenen Augen, sich wohl alle auf einer gemeinsamen Zeitreise befindend vom ersten Lesen eines der Bücher oder dem ersten Hören einer der gelben Kassetten bis zum Heute, wo die drei Fragezeichen immer noch von den gleichen, mittlerweile älteren Herren eingesprochen werden. 2 Stunden lang war alles Vergessen, was sonst wichtig oder auch unwichtig war.

Das 2. Buch, das mir einfiel, schenkte mir ein Freund. Zum damaligen Zeitpunkt – ich war gerade neu in Köln angekommen – gab es manche Dinge, die irgendwie nicht richtig rund liefen. Nichts wirklich Schlimmes oder Tragisches, aber anscheinend reichte es aus, diesen Freund zu veranlassen, mir dieses Buch zu schenken.

Der Inhalt des Buches ist kurz erzählt, Blödmann verhält sich doof und Freundin läuft ihm völlig zurecht weg, er versucht trotzdem, oder vielleicht auch gerade deswegen, Spaß zu haben, es gelingt ihm nur teilweise und an das Ende, muss ich gestehen, erinnere ich mich nicht mehr so genau. Was mich aber nachhaltig beeindruckte, war der Stil, in dem es geschrieben war, hatte ich etwas in dieser Art noch nicht gelesen. Hinzu kam, dass es für einen Oasis Fan kaum etwas Größeres geben kann, als wenn jedes Kapitel mit einem Oasis Song Titel als Überschrift beginnt. Das Buch war schnell durch, und als ich im Klappentext noch las, dass der Autor exakt am gleichen Tag im gleichen Jahr wie ich geboren war, da staunte ich nicht schlecht und hatte das, was man schon damals Popliteratur nannte, für mich entdeckt. Ob es ein Kracht, der sich ja jetzt bevorzugt beleidigt und auch verwirrt gibt, ein Nickel, Bessing oder Goetz war, ein Biller oder natürlich vor allen Dingen ein Stuckrad-Barre, vieles von dem, das sie veröffentlichten, habe ich damals gelesen. Ewig lange Zugfahrten wurden mir so verkürzt und ich wurde unterhalten.

Der Habitus des Ganzen wurde mir dann mit der Zeit ein wenig zu aufgesetzt, alles zu unbedeutend, schlicht belanglos. „Soloalbum“ aber hatte mich beim ersten Lesen nachhaltig beeindruckt. Genauso wie es mich übrigens ein paar Jahre später beim 2. Lesen enttäuscht hatte. Und ebenso wie es damals die 3. Fragezeichen bei einem Auftritt geschafft hatten mich in meiner Meinung über sie zu bestätigen, beschleunigte sich mein Abschied von der Popliteratur durch einen Auftritt. Diesmal bei der LitCologne lasen Stuckrad-Barre, Franz Dobler und Wiglaf Droste Texte von Jörg Fauser. Da ja Stuckrad-Barre in letzter Zeit gegen so manches, was man über ihn geschrieben hat, vorgeht, sag ich einfach mal die anderen waren deutlich besser.

Soloalbum schenkte mir übrigens Michael Douglas. Wir verloren uns über die Jahre aus den Augen, zumindest weiss ich, dass er heute in Berlin lebt und dort als Anwalt arbeitet.