Lange Kein Eintrag… jetzt geht es wieder los…

Nach mehreren Probefahrten, Streckenbeschreibungen, Muax Abstimmungen usw. war es dann gestern endlich soweit… RuK 2010, absolut subjektiv!

Samstag = Anreisetag

Das Wetter war ja im Vorfeld eher bescheiden, um es mal vorsichtig auszudrücken… Samstag kübelte es immer noch… aber Wettervorhersage sagte uns ja zumindest trockene Straßen voraus.

Dieses Jahr war erstmalig die Startnummerausgabe im Stollwerk, nette Location in der Kölner Südstadt. Dort verabredet mit Matthias + Anhang und Thomas war ich so gegen 15.30Uhr verabredet.

Problem war, dass man mit dem Auto gar nicht mehr dorthin kam, nach viel hin und her, endloser Parkplatzsuche waren wir dann aber doch beieinand, sunman tauchte noch überraschend auf und wieder ab, hatten alle unsere Startnummern und nahmen noch einen Kaffee in der Kölner Südstadt. Letzte Details für den nächsten Tag besprechen, Strecke nochmal durchgehen und was man so zu besprechen hat.

Bernd hatte ich dann auch mit angemeldet, kurioserweise sollte angeblich jemand mit gleichem Namen und gleichem Geburtstag mitfahren… konnte aber auch geklärt werden.

Matthias + Damen machten sich auf zurück ins Hotel und wollten am Abend sich noch was die Kölner Altstadt anschauen, Thomas und ich machten uns auf zu uns nach Hause wo es Abends noch feine Pasta gab und Thomas, Patti und ich dann noch „Sportsfreund Lötzsch“ anschauten. Sollten sich vielleicht auch mal ein paar Andere anschauen, die immer wieder das Sportsystem der DDR so loben… aber das ist eine andere Baustelle.

Sonntag = Renntag

Nach ruhiger Nacht – ich frage mich immer warum unsere Katzen nur uns aber keine Gäste terrorisieren – wachte ich gegen 6.30 auf und es deutete sich schon an, dass das Wetter wirklich gut wird. Brötchen geholte, Frühstück gemacht etc., langsam wachte auch Pirat auf und als zum Frühstück gerufen wurde tauchte dann auch Patti auf 🙂

Angezogen und auf die Räder. Thomas entschied sich dafür, sein Tourgott-Trikot noch unter ner warmen Jacke zu verstecken und Beinlinge anzulegen, ich klassisch kurze Hose und Trikot mir Armlingen. Wie angekündigt, habe ich mich aus Dank für die Unterstützung bei der Muax Abstimmung mit einem Live-radsport.ch Trikot ausgestattet, was ich sagen muss wirklich gut aussieht und angenehm zu tragen ist. Danke nochmal an die Jungs die extra für das Rennen aus der Schweiz angereist sind und sogar das Eurospielgeld bei der Übergabe akzeptiert haben

Das der Start diesmal direkt in die Kölner Innenstadt verlegt wurde ist ein echter Gewinn, der gesamte Tag gestaltete sich dadurch entspannter, der Morgen war deutlich entspannter.

Am Start Matthias, Bernd, Thomas, Gernot und ich, Geli + Tochter im wahrsten Sinne des Wortes als Zaungäste. Das Wetter spielte mit, eigentlich geht es kaum besser!!!

Rennen

Startschuss, los gehts! Aus Block 2 startend geht es direkt voll druff. Volles Tempo am Rhein entlang, Bernd und ich wechseln uns zu Anfang ab, über die Mühlheimer Brücke Thomas und Matthias im Schlepptau. Gernot war etwas weiter vorne gestartet, daher noch nicht im Blickfeld.

Durch die Stadt immer mal wieder abbiegen, neu antreten, wir fahren zu viert immer weiter nach vorne. Irgendwan, nachdem es leicht bergauf zum Altenberger Dom hochgeht, sind Bernd und ich vorne. Ich rufe ihm immer an, wenn eine Kurve kommt oder ein Kreisverkehr, erinnerte mich ein wenig an ein Zeitfahren wo der Fahrer die Ansagen per Kopfhörer kriegt. Außerdem geht mir andauernd durch den Kopf, dass ich wirklich nicht gut genug bin, um so früh im Rennen schon so reinzutreten… aber macht ja auch Spaß 🙂 Denkt man einfach mal nicht dran wie die Beine sich in 3h wohl anfühlen.

Erster Anstieg hoch zum Esel, Bernd geht an die Spitze der Truppe, ich lass es mal was langsamer angehen… Thomas taucht neben mir auf und merkt noch fröhlich an, dass wir im letzten Jahr die Geschichte aber langsamer angegangen wären… na toll, da bin ich hintenraus eingebrochen, dass verspricht ja heiter zu werden heute. Gernot taucht auf, wir wechseln ein paar schnelle Worte und schon ist er auch wieder weg.

Wie nicht anders zu erwarten geht Thomas auch weiter nach vorne, Matthias kommt zu mir, ich versuche sein Hinterrad zu halten, aber komme schnell dahinter, dass das ne Nummer zu groß ist nicht übertreiben darf und fahre meine Stiefel runter. Kurz vor Ende des Anstiegs flucht jemand ganz ordentlich neben mir. Wenigstens den kann ich noch überholen und ihm Mut zusprechen.

Nach dem Esel oben auf der Anhöhe leider keine Gruppe in Sicht, also alleine weiter und in den Anstieg. Dank Streckenkenntniss drücke ich dick auf der anderen Seite rüber und komme direkt in die nächste Abfahrt. Unten dann komm ich in eine Gruppe wo ich mich hinten dranhängen kann und so bis Sand rolle. Da auch wieder weiss ich wie ich schalten muss und komme gut rüber, im Gegensatz zu manch Anderem der dort ordentlich flucht und in seinen Gängen rumrührt.

Direkt wieder in ne Abfahrt von dort dann durch ne komische Runde über das Krüger Werksgelände, was für eine komische Streckenführung… dann zum Schloss Bensberg. Am Kopfsteinpflasterstück stehen die Leute schon in 2er/3er Reihen, der Weg ist frei und ich komm ordentlich durch. Mit Gruppen habe ich in diesem Jahr kein großes Glück, so muss ich die nächsten Kilometer durch den Forst alleine fahren und kann mich nicht ausruhen. Die ersten 50km sind in genau 1,5h gepackt, Schnitt in Ordnung. Auf dem 2. Teil durch den Forst treffe ich auf eine Gruppe die es ordentlich geschmissen hat. Krankenwagen und Polizei sind schon vor Ort. Langsam aber sicher merke ich, dass ich am Morgen wohl doch einen Kaffee oder eine Cola zuviel genommen habe. Die Blase Drück und ich komme nicht drumherum anzuhalten. Kaum stell ich mein Rad an den Rand und verdrücke mich ins Unterholz, sehe ich wie Sekunden später Gernot an mir vorbeizieht. Fuck denke ich, schwing mich aufs Rad und sehe ihn auf dem Langezogenen Stück etwa 150m vor mir. Er in ner Gruppe, ich mit 2Pfeiffen. Kurze Abfahr, im Flachen Teil mit 3 Leuten zusammen geht es in den nächsten Anstieg. Dort wieder entspannt den Tritt finden und hoch, Neben mir zieht einer seine 39-18 hoch und kriegt die Kurbel kaum rum, da bin ich doch froh die Geschichte mit der 3fach entspannt anzugehen. Nur kein falscher Ehrgeiz.

Oben ist es schön und sonnig, nicht zu vergleichen mit dem letzten Jahr. So langsam finden sich auch Grüppchen ungefähr gleichschneller Fahrer die meist gegenüber mit bergauf gnadenlos schneller, bergab oder im Flachen jedoch langsamer sind. Sobald ich die Straße etwas weiter einsehen kann tauch Gernot wieder am Horizont auf aber genauso wie der Abstand immer wieder kürzer wird, verlängert er sich auch wieder.

Abfahrt nach Odenthalt runter gebe ich Vollgas und überhole reihenweise Fahrer. Ich denke mir jetzt oder nie um endlich diesen in Gelb gekleideten Gernot zu kriegen. In die Kurve nach der Abfahrt lege ich mich voll rein und wundere mich selbst über meine Courage. Allen Schwung in den Anstieg mitnehmen um vielleicht ein paar Meter gutzumachen, runterschalten und zack springt die Kette beim Schalten auf das kleine Blatt ab. Ich fluche laut vernehmlich. Direkt neben einem Friedhof wird das am Ostermontag hoffentlich niemanden stören. Der Schwung ist weg, ich halte an und lege die Kette wieder auf. Atme durch und fahr in einem schönen Rhythmus den Berg hoch. Die 20sec werde ich dann wohl auch noch aufholen müssen…

Die nächste Abfahrt nehme ich mit 2 anderen Leidensgenossen, die anscheinend auch nicht das Ding voll runterdonnern möchten dienen wunderbar zur Orientierung bei der nächsten Abfahrt, die einzige Abfahrt die ich für gefährlich halte. Unten im Tal dann sind wir zu dritt zusammen, die Jungs sind mir aber zu langsam und ich versuche an die nächste Gruppe dranzukommen, klappt nicht aber ich werde von hinten von einer Gruppe überrollt die mich mitzieht.

Im nächsten Anstieg läuft es ganz gut, ich komme gut in Tritt und oh Wunder, ich komme an Gernot ran und fahr auf einmal neben ihm. Er ist leicht fassungslos, dachte doch nich vor mir zu sein und wir quatschen kurz und kommen gut weiter. Der Anstieg zuende, etwas wellig fahren wir gut zusammen. Es geht wieder auf den Teil der Strecke den man bereits gefahren ist und zu zweit geht die Sache doch schon deutlich angenehmer. Aufstieg nach Sand ist kein Problem und nach der Abfahrt sind wir in einer Gruppe von Leuten die wir dank ihrer Trikots als Mannschaft identifizieren können. Dranbleiben ist die Devise. Nach Sand hatten die Jungs auf ihren langsamsten Mann gewartet, dass war auch meine Hoffnung für den Anstieg nach Bensberg.

Im Anstieg Gernot dann vor mir, auf einmal kommt ein Polizeiauto und setzt sich vor uns. Ich freu mich dass ich mich dahintersetzen kann und so schön entspannt hochrolle. Gernot freut sich weil er endlich mal die Polizei rechts überholen kann ohne Ärger zu bekommen. Oben schaue ich mich um und der letzte Fahrer der Mannschaft kommt gerade herangestürmt zieht an mir vorbei und stürzt sich in die Abfahrt als wenn es kein Morgen gibt. Der entscheidende Moment wo ich penne. Der Vogel und Gernot komme an die Mannschaft ran, ich etwa 100m dahinter. Die folgende 8km versuche ich mich ranzukämpfen, aber jeder der das schonmal versucht hat weiss wie schwierig ein solches Unterfangen ist auf leicht abschüssiger Strecke an eine funktionierende Gruppe heranzufahren.

Nachdem es aus dem Forst rausgeht bläst auch noch der Wind von vorne und ich fühl mich wie ein Ausreisser der gerade aufeegeben hat.Versuche den Puls mal wieder unter 170 zu kriegen und hänge mich an die Gruppe ran. Entdecke Fahrer die ich schon während des ganzen Rennens immer wieder um mich rum hatte und freunde mich mit der Situation an, mit denen wohl gemeinsam ins Ziel zu radeln. Mit den Kräften auch ziemlich am Ende ist das wohl die bestmögliche Situation.

Im Ziel treffen wir uns alle wieder und bei Bratwurst und Kölsch kommen die Damen dazu und alle sind froh und glücklich über den rund um Köln gelungenen Tag!!!

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