Anfangsschwierigkeiten…

Die erste Nacht war super. Nachdem er bei uns eingezogen war und auch nach einer Stunde bereits durch die Wohnung lief als hätte er nie woanders gewohnt war die erste Nacht völlig unproblematisch. Die beiden pflegten das Prinzip der friedlichen Koexistenz und die Nacht blieb ruhig.

Umso größer die Aufregung, als Herr Lehmann am nächsten Morgen auf dem Klöchen ein Geschäft verrichtete und Blut im Urin war.

OK, erstmal schauen, erstmal abwarten, keine Aufregung und so weiter… zeigt ja keine Anzeichen von Unwohlsein. 5min später der große Schreck, er erleichterte sich aufs Bett und in der hellen Bettwäsche war zu sehen, dass es nicht nur ein kleine wenig Blut war, sondern es schon ärger schien.

Also, Tierarzt ausfindig gemacht der auch am Samstag geöffnet hat und mit dem Taxi hin! Der ältere Herr dessen Praxis eher einer Metzgerei glich war natürlich, ebenso wie seine Helferin, begeistert von der Optik unsere süßen Kleinen. Es wurde schnell eine Blasenentzündung diagnostiziert, 2 Spritzen gesetzt und 10min später und 35€ ärmer wurde uns die Hoffnung gegeben, in 2-3 Tage ist er wieder gesund.

Sonntag waren wir dann den ganzen Tag im Klettergarten Brühl, daher nicht soviel mitbekommen, aber dachten es wäre ja nicht so schlimm und es wäre für die beiden vielleicht zum alleine sich kennen lernen auch ganz gut den Tag alleine zu verbringen.

Abends dann war es recht unaufgeregt und wir waren schon gespannt, ob die Nacht genauso ruhig verlaufen würden… verlief sie, alles wunderbar.

Montag morgen dann erbrach er ein wenig sein Essen, aber nicht weiter schlimm und nicht weiter besorgniserregend so der Tierarzt später, aber am Montagabend erleichterte er sich wieder auf Pattis Bett und alles wieder rot. Also Bett abziehen, in die Wäsche und ich überlasse natürlich ritterlich meine Decke und wickele mich in eine Wolldecke.

Dienstag dann beim Tierarzt nach Röntgenbild nochmal die Bestätigung massive Blasenentzündung, neues Antibiotika und Abends nochmal das schöne Spiel „Ich treibe Frauchen und Herrchen in den Wahnsinn weil ich aufs Bett pinkele“. Bett abgezogen, alles in die Wäsche und diesmal verpacke ich mich in meinen Schlafsack.

Hoffen wir mal, dass der Herr Lehmann bald gesund wird bevor die Miele sich kaputt wäscht.

Ein gebrochenes Herz wird geheilt…

Bis vor kurzem war die Situation ideal. Unser Nachbar und wir hatten je eine Katze. Waren wir tagsüber damit beschäftigt das Geld zu verdienen, dass die Kleinen auch das beste Katzenfutter der Welt bekommen, wurden die beiden zusammen entweder hüben oder drüben beieinander gelassen. Ein Herz und eine Seele waren sie…
Jetzt haben die Nachbarn die Chance ergriffen in ein Traumhaus zu ziehen und unsere Kleine wurde mit einem gebrochenen Herzen zurückgelassen. Die ideale Situation war Vergangenheit und wir versuchten erstmal, wie sich das Leben mit einer Singlekatze so darstellt.

Man hat den Eindruck gewinnen müssen, die Kleine ist nicht wirklich glücklich. Bevor wir das Haus verlassen, setzt sie sich heulend vor die Tür, wenn wir nach Hause kommen weicht Sie uns nicht mehr von der Seite und quietscht als wenn Sie uns von ihrem Tag berichten möchte.

Nicht, dass uns das nicht gefallen würde, aber Sie wirkt dabei ein wenig unglücklich und so wurde die Entscheidung getroffen ihr einen neuen Kumpel ins Haus zu holen. Bei einer Katzenpflegestelle wollte man uns quasi direkt ein kleines 8-wochen altes Katzenbaby übergeben, wir hätten uns nur noch am nächsten Tag melden müssen. Aber die Gesundheitsvorsorge erschien uns da irgendwie nicht ideal und so sind wir dann nochmal beim Tierheim bei welchem wir auch Mü geholt haben vorbei und dort sind wir dann auch fündig geworden…

Laut Tierheim soll es ein Bengalenmischling sein, inwieweit diese Mischung den Charakter beeinflussen wird, davon lassen wir uns mal überraschen. Jedenfalls war der Herr so anhänglich und zutraulich, dass nun Pattis Traum von einer Schmusekatze auf Umwegen vielleicht doch noch war wird? Die Namensgebung ging dann schneller als erwartet, ein Fräulein braucht einen Herrn und da er ins seinem Leben anscheinend bisher etwas orientierungslos war, passt „Herr Lehmann“ doch recht gut. Sehr ansprechend!!!

Noch 2mal schlafen, dann können wir ihn abholen, Patti erzählt schon im 30min Takt der Mü dass sie bald einen neuen Kumpel kriegt und geht fest davon aus, dass hier ab Freitag Amors Liebespfeile abgefeuert werden, ich lasse mich einfach mal überraschen.

Grabsch hört auf und ich darf mitfahren

Bei einer kleinen abendlichen Trainingsrunde sehe ich das Plakat, welches Werbung für den Komet in Hürth, Abschiedsrennen von Ralf Grabsch. Mal anhalten und schauen wer da so startet… Aha, klingt ganz nett, aber richtig aufmerksam werde ich, als in der Ausschreibung von einem Jedermannpaarzeitfahren die Rede ist. Einzelzeitfahren für Jedermänner gibt es ja nicht so viele, und Paarzeitfahren noch viel weniger… Da will ich hin, da will ich unbedingt hin!!!

Also, entweder nach Hause oder mal beim Gernot vorbeischauen, der in der Regel bei solchen Veranstaltungen immer irgendjemanden kennt oder irgendwas weiss… Gernot hat viel zu tun, daher fahre ich weiter nach Hause, berichte der Süßen von der Veranstaltung, bekomme die Startfreigabe und mache mich weiter auf die Suche nach Information im Netz.

Schnell alle nötigen Infos beisammen, 2 emails geschrieben und hoffen, dass noch ein Startplatz frei ist, am nächsten Tag kommt dann auch die Bestätigung. Detze sagt auch direkt zu mit dabeizusein, es läuft…

Am nächsten Abend fahr ich einfach mal zur Strecke und fahre diese ab… 1,4km Rundstrecke die man dreimal durchfährt… Nicht wirklich spannend aber auch nicht komplett flach, insgesamt also 12 x 90Grad Kurve 12mal neu antreten, so sieht wohl die Strecke eines klassischen Kriteriums aus.

Die weitere Vorbereitung hätte unser Exkanzler wohl als suboptimal bezeichnet. 4 Tage mehr oder weniger im Bett liegend versuche ich mich von einer Virusinfektion zu erholen. Jeden Morgen fühle ich mich besser, Abends wieder schlecht.

Am Tag vor dem Rennen fahre ich nochmal zur Strecke, nochmal schauen wie man die Kurven nehmen kann, wo man vielleicht aufs mittlere Blatt schalten muss und vor allen Dingen wo es Sinn macht sich auf den Zeitfahraufsatz zu legen, den ich mir extra geliehen und montiert habe. Der gesundheitliche Zustand lässt aber ordentlich zu wünschen, der Virus steckt noch im Körper und ich gurke mit niedrigem Tempo und hohem Puls durch die Gegend.

Am Tag des Rennens dann lacht mir die Sonne leider nicht entgegen sondern der Tag startet mit Nieselregen… Gegen frühen Nachmittag starten wir mit in gemächlichem Tempo da die Süße mit ihrem Damenrad nicht ganz so schnell unterwegs ist, aber in weniger als 30min sind wir dann schon in Gleuel.

Auf der schon abgesperrten Strecke finden bereits die ersten Jugendrennen, ganz putzig wie die 6-8jährigen um die Wette fahren.

Bei der Startnummernausgabe holen wir die Nummern, und während wir da so die Nummern anbringen steht auf einmal ein gewisser Herr Grabsch Bert neben mir. Denke mir noch kurz, dass ich ganz froh bin, dass ich nicht gegen ihn fahren muss… Wir haben kurz die Möglichkeit eine Proberunde zu drehen, für mich nix Neues, die Strecke ist genau wie von mir abgefahren.

Zeit verfliegt und langsam gilt es sich aufzustellen. Procedere ist etwas eigentümlich, man starte in 4er Blöcken mit jeweils 20sec Abstand… Aha… Als erstes geht Jens Voigt mit der Frau des Clubpräsidenten auf die Reise, 3 weitere Teams starten dann im 20sec Abstand. Nach 4 Teams gibt es also die erste Richtzeit, 7:30min, bei meinen Proberunden hatte ich entspannt gefahren über 11min gebraucht.

Während die nächsten 4Paare auf die Strecke gehen machen wir uns langsam auch fertig, wir sind das erste Paar der 3.Gruppe. In der 2.Gruppe kommt es zu den ersten Überholungen, Stefan Schreck gehört zu den Überholern. Dreht man sich mal um und oh Schreck, hinter uns steht Bert Grabsch mit so nem anderen Vogel der ebenfalls im HTC Trikot aufläuft und der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Exprofi ist.

Prost Mahlzeit, ein Ex-Zeitfahrweltmeister wird uns jagen…

Start und auf geht‘s, von Anfang an volle Pulle, Zuschauer links und rechts geht es ca 300m leicht bergauf, Puls direkt am Anschlag, rechts ab und ca 100m Minimalanstieg, alles noch auf dem großen Blatt, an der höchsten Stelle der Strecke auf den dicksten Gang, auf den Lenker gelegt und leicht abschüssig Vollgas! 600m Topspeed auf breiter Straße unten scharfes Bremsen und in eine enge Kurve die mit Strohballen gesichert ist. Nach 100 wieder scharf rechts und dann leicht ansteigend Richtung Ziel.

Erste Runde geschafft! Der Herr Grabsch hat noch nichtmal 20sec auf uns rausgefahren!

Kurz nach der Startpassage allerdings taucht dann der Herr Grabsch auf, allerdings scheint sein Mitfahrer das Tempo nicht mithalten zu können, Grabsch hat ihn verloren 🙂

Bert und ich gehen zeitgleich auf den 100m Anstieg und ich ruf ihm rüber, dass er oben gefälligst warten soll, er reagiert wenig und macht piano so dass sein Mitfahrer aufschließen kann, so kommt es dazu, dass wir Seite an Seite das hochfahren. Oben sind wir dann alle 4 beisammen und die Profis geben Gas, wir versuchen uns ranzuhängen stürzen uns aber nicht ganz so tollkühn in die Kurve und verlieren nach der nächsten Kurve den Anschluss.

Als wir auf die nächste Runde gehen sehen wir die beiden noch, an ein ranfahren ist aber nicht zu denken.

Zu dem Zeitpunkt fahren wir so etwa 5min schon absolut am Limit, in der letzten Runde gehe ich bergauf kurz auch aufs mittlere Blatt, mein Kumpel geht das erste Mal in Führung. Der Rest ist einfach nur drauftreten was die Beine hergeben. 7:30 im Ziel!

Im Auslauf maule ich noch den Bert an, dass Sie ja auch ruhig mal hätten warten können, er meint wir hätten uns ja auch was beeilen können… Hat er ja auch nicht ganz unrecht.

Nachdem alle Paare durch sind gibt es die Siegerehrung, unüberraschenderweise haben wir es nicht aufs Podium geschafft, welche Platzierung wir haben erfahren wir leider auch nicht. Da es einigermaßen frisch ist, entscheiden wir uns dafür, nach dem Start zum Abschiedsrennen wieder nach Hause zu radeln. Plötzlich tauchen noch Geli und Gernot. Fröhliches Hallo, austauschen über Heimerdingen und dann auch schon wieder Abschied.

Denkste.

Pattis Rad hat nen Platten. Meine Hoffnung ist Gernot, der eigentlich sowas immer in seinen Auto hat. Gefragt, getan. Der Schlauch wird gewechselt, wir wollen los, doch obwohl wir den Mantel beide kontrolliert haben ist er direkt wieder platt!!!

Durch die verzögerte Abfahrt komme ich noch dazu, per Aushang das Endergebnis zu erfahren, um 0,03sec an den Top Ten gescheitert, wobei sich dort auch vorwiegend Paare mit Profis tummeln.

Geli und Gernot sind erneut die Rettung und bieten an Patti + Fahrrad mit nach Köln zu nehmen! Wir schauen das Rennen noch zu Ende an, welches Grabsch trotz div. Attacken von Wüst und Heppner gewinnt, vor seinem Bruder und Jense Voigt, und es kommt zum nächsten Rennen, zurück nach Köln! Fahrrad gegen Auto, welches ich eindeutig gewinne da das Auto durch den Abreiseverkehr behindert ist…

Nochmal DANKEDANKEDANKE an Geli und Gernot, der es sogar sich nicht nehmen lässt das Rad am nächsten Tag komplett auf Vordermann zu bringen!!!